„Die PKK ist woanders“

Kurden demonstrierten in Kasseler Innenstadt

Kassel. „Freiheit für Öcalan, Frieden für Kurdistan“ riefen die nach Polizeiangaben etwa 350 Demonstranten, die am Samstagnachmittag durch die Kasseler Innenstadt zogen.

Anlass für die Demonstration, die das kurdische Kulturzentrum Kassel beim Ordnungsamt angemeldet hatte, war die Ermordung von drei kurdischen Politikerinnen in Paris. Die drei Frauen, Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez, waren am Donnerstag in der französischen Hauptstadt durch mehrere Kopfschüsse getötet worden.

Die französische Polizei sprach von Hinweisen auf eine Exekution. Um die 200 Kurden aus Nordhessen seien am Wochenende nach Paris gefahren, um dort gegen den Mord zu demonstrieren, sagt Hakki Karakas, Vorsitzender des Kasseler Kulturvereins. Kurden aus Nordhessen, denen die Reise zu weit war, gingen in Kassel auf die Straße. Unter den Demonstranten waren auffällig viele Frauen, die ihre Solidarität mit den Ermordeten ausdrückten.

Auf Kurdisch wurden zahlreiche Sprüche gerufen. Es gehe darum, dass die drei Frauen niemals vergessen würden, übersetzte eine junge Frau auf Nachfrage. „Ich bin Sakine“, riefen die Demonstranten. Das Opfer Sakine Cansiz war Gründungsmitglied der 1978 gegründeten Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Dabei wurden nicht nur Fotos der ermordeten Frauen gezeigt, sondern auch zahlreiche Bilder des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan.

Die PKK ist in Deutschland verboten. „Hoch lebe die PKK“ und „Türkei Terrorist“ waren Parolen, die immer wieder auf dem Weg von der Hauptpost bis zur Kundgebung am Rathaus zu hören waren. Gleichwohl ein Redner (obwohl die Frauen scheinbar in der Mehrzahl waren, redeten nur Männer) erklärte, dass es sich bei den Demonstranten nicht um die PKK handele. „Die PKK ist woanders.“ Die französischen Behörden hätten eine Mitschuld an dem Anschlag auf die drei Frauen, war über den Lautsprecher zu hören. Die Demonstranten forderten die französische Regierung auf, ihre „antikurdischen Politik“ aufzugeben.

Zudem forderten die Demonstranten lauthals: „Deutsche Waffen raus aus Kurdistan.“ Der Verkehr am Stern kam am Beginn der Demontration zum Erliegen, weil die Demonstranten erst die Kreuzung in die Fußgängerzone überqueren mussten. Auf der Königsstraße konnten für eineinhalb Stunden keine Straßenbahnen fahren. Laut Polizei verlief die Demonstration friedlich, ohne Zwischenfälle.

Kurden demonstrierten in Kasseler Innenstadt

Rubriklistenbild: © Malmus

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