Drei Mal rückte Polizei aus

Kuriose Einsätze in der Nacht: Verwüstete Wohnung, klingelnder Wecker, lauter Pausengong

Kassel/Baunatal. Gleich drei Mal in einer Nacht sind Beamte der Kasseler Polizei ausgerückt, weil ein Einbruch gemeldet worden war. Vor Ort stellten die Polizisten dann jeweils fest, dass keine Straftat begangen worden war. Manchmal schlägt das Leben eben die besten Kapriolen.

Der erste Einsatz zum Beginn ihrer Nachtschicht führte Beamte des Polizeireviers Süd-West am Montagabend in eine Schule im Baunataler Stadtteil Großenritte. Eine Anruferin hatte gegen kurz vor 19 Uhr die Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen über Geräusche in der Schule informiert, so Polizeisprecher Torsten Werner. Sie vermutete, dass dort möglicherweise Jugendliche eingestiegen waren, die nun ihr Unwesen trieben. Die Pausenglocke und die Lautsprecher ertönten immer wieder aus der eigentlich geschlossenen Schule.

Eine Funkstreife rückte aus, um nach dem Rechten zu sehen. In der Schule trafen sie auf eine überraschte Reinigungskraft, die schnell für Aufklärung sorgte. Sie hatte Besuch vom Enkelchen bekommen, das sich kurz in einem Büro aufhielt und dort die vielen interessante Knöpfe der Hausanlage entdeckte und ausprobierte. So auch den Knopf für den Gong.

In der Wohnung

Kurz darauf schickte die Leitstelle Beamte des Kasseler Innenstadtreviers in die Ottostraße, die in direkter Nachbarschaft zum Polizeipräsidium Nordhessen liegt. Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses hatte angerufen, der einen Einbruch in eine Wohnung wähnte. Die Tür stehe offen, er habe auch schon hineingerufen und es sähe alles durchwühlt aus, so der Mann am Telefon. Wahrscheinlich so, wie bei Hempels unterm Sofa.

Wegen des Einbruchsverdachts machte sich gleich eine Streife des Kriminaldauerdienstes der Kripo auf den Weg in die Ottostraße. Vor dem vermeintlichen Tatort kam dann die Ernüchterung. Die Frau, die in der betroffenen Wohnung lebt, empfing die Beamten und berichtete kühl, dass ihre Kinder einfach vergessen hätten, die Wohnungstür richtig zuzuziehen. Zu dem Verdacht, dass Einbrecher möglicherweise die Wohnung verwüstet haben, entgegnete die Mutter, dass es hier immer so aussähe.

Beim Friseur

Am frühen Dienstagmorgen gegen 1 Uhr wurden Polizisten schließlich noch ins Königstor (Mitte) gerufen. Eine Anwohnerin meldete aus einem Friseurgeschäft ein verdächtiges Klingeln. Ob ein Rauchwarnmelder oder möglicherweise eine Alarmanlage ausgelöst worden war, war noch unklar.

Die Türen des Friseursalons waren jedenfalls ordnungsgemäß verschlossen, Einbruchsspuren Fehlanzeige. Ein Wecker oder ähnliches, so das Ermittlungsergebnis der Beamten, hatte im Friseurgeschäft geklingelt und somit den Polizeieinsatz ausgelöst. Da das Klingeln von alleine verstummte, war ein weiteres Einschreiten nicht nötig.

In keinem der Fälle haben die Betroffenen mit Kosten zu rechnen, so der Polizeisprecher. Schließlich hätten die Anrufer nach besten Wissen und Gewissen gehandelt und keiner zumindest grob fahrlässig eine Falschmeldung abgegeben. Die Polizei rät ohnehin: Im Zweifel lieber einmal mehr informieren, als zu wenig. 

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