Für Bürger ändert sich nichts

Landkreis und Stadt Kassel gehen bei Abfallentsorgung gemeinsame Wege

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Symbolcharakter: Ein Pressplattenfahrzeug des Landkreises (links) und ein Drehtrommelfahrzeug der Stadtreiniger Kassel dokumentieren vor den Vergärungsboxen die neue Zusammenarbeit von Kreis und Stadt Kassel. In der Schnittstelle stehen (von links): der Kasseler Bürgermeister und Abfalldezernent Jürgen Kaiser, Vizelandrätin Susanne Selbert und Betriebsleiter Stephan Margraf. Fotos: Wewetzer

Kreis Kassel / Kassel. Neue Wege in der Abfallentsorgung gehen der Landkreis und die Stadt Kassel: Am Montag wurde an der Bioabfallkompostierungsanlage des Kreises in Vollmarshausen ein Kooperationsprojekt vorgestellt.

Demnach liefert die Abfallentsorgung Kreis Kassel ab 1. Juli für erst einmal zwei Jahre jährlich 10 800 Tonnen Abfälle - wie zum Beispiel Sperrmüllreste - zur Verwertung an das Kasseler Müllheizkraftwerk (MHKW), während die Stadtreiniger im Gegenzug 13 000 Tonnen Bioabfälle nach Vollmarshausen liefern. An den Müllgebühren für die Bürger ändert sich damit jedoch vorerst nichts.

Für den Landkreis bedeutet das Abkommen: Mit dem Beitrag der Stadt Kassel plus den 12 000 Tonnen Bioabfall, die ab 2015 der Werra-Meißner-Kreis liefert, und dem eigenen Anteil aus dem Kreis ist die Anlage in Vollmarshausen mit dann rund 50 000 Tonnen ausgelastet, erläuterte Vizelandrätin Susanne Selbert. Dafür wird zurzeit eine neue Rottehalle gebaut. Dazu werden die Vergärungsboxen von acht auf elf bei Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro aufgestockt.

Für die Stadt Kassel bietet der Vertrag die Chance, Bioabfälle, die sich nach der Einführung der Biotonnenpflicht Anfang 2013 laut Abfalldezernent Jürgen Kaiser „drastisch erhöht“ haben, auf kurzem Weg zu entsorgen. Bislang wird in Anlagen außerhalb Kassels transportiert. Regenerative Energien würden damit „in der Region geschöpft und für die Region geschaffen“, sagte Kaiser.

Profitieren wird von der Kooperation zwischen Stadt und Kreis Kassel auch die Gemeinde Lohfelden. Denn die nimmt dem Landkreis das Biogas zur Versorgung ihrer öffentlichen Gebäude ab, das seit 2012 in der Biogasanlage erzeugt wird. Konnte der Kreis anfangs die garantierte Menge von 1,5 Millionen Kubikmetern Biogas nicht liefern und lag nur bei 1,2 Millionen, sorgt die bessere Auslastung dafür, dass laut Selbert die bis Ende 2014 gelieferten 1,4 Millionen in Zukunft auf bis zu 1,8 Millionen Kubikmeter gesteigert werden können.

Für die Bürger ändert sich mit dem Kooperationsvertrag vorerst nichts. Senkungen der Müllgebühren stehen aktuell bei Kreis und Stadt nicht auf der Agenda. Zwar kann der Landkreis die eigenen Kosten für die Verarbeitung einer Tonne Bioabfall von 66 auf 60 Euro senken. Aber die 80-Liter-Tonne inklusive allem für vier Personen liegt weiterhin bei 160 Euro pro Jahr. „Der Vertrag garantiert jedoch Preisstabilität“, versprach Susanne Selbert.

Ähnlich sieht es bei der Stadt Kassel aus: Die 80-Liter- Tonne für einen Haushalt inklusive allem kostet weiterhin 202 Euro. Aber perspektivisch gesehen rechnet Jürgen Kaiser für den Zeitraum 2015 bis 2018 mit „mindestens stabilen, wenn nicht niedrigeren Gebühren“.

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