„Querdenker“-Picknick am Sonntag

Corona-Demo im Juni? „Querdenker“ planen wieder etwas Großes in Kassel

Buntes Happening ohne Masken: Querdenker-Picknick auf dem Friedrichsplatz mit Pianist Arne Schmitt (rechts im weißen T-Shirt). Die Polizei kontrollierte diesmal früh, ob die Auflagen eingehalten wurden.
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Buntes Happening ohne Masken: Querdenker-Picknick auf dem Friedrichsplatz mit Pianist Arne Schmitt (rechts im weißen T-Shirt). Die Polizei kontrollierte diesmal früh, ob die Auflagen eingehalten wurden.

Das Picknick der Freien Bürger Kassel war schneller vorbei als gedacht - trotz prominenter Werbung aus der „Querdenker“-Szene. Dafür könnte im Juni ein Großereignis folgen.

Kassel – Das letzte Mal, als Arne Schmitt in Kassel war, herrschte Ausnahmezustand. Am 20. März spielte der Pianist auf einem Konzertflügel auf der Schwanenwiese, wo 6000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten. In der Innenstadt von Kassel waren bei der Corona-Demo im März sogar 20.000 unterwegs. Am Sonntagnachmittag trat Schmitt, der sich als Straßenmusiker ohne festen Wohnsitz bundesweit einen Namen gemacht hat, vor gerade einmal 60 Corona-Kritikern auf dem Friedrichsplatz auf.

Die „Freien Bürger Kassel“ hatten unter dem Titel „Friends United! Für ein gemeinsames Leben“ zu einem Picknick aufgerufen. Bei Telegram hatte sogar Anselm Lenz, Szene-Prominenter und Erfinder der Berliner Hygiene-Demos, Werbung gemacht und empfohlen, in „unsere künftige Hauptstadt“ Kassel zu kommen.

„Querdenker“ in Kassel: Picknick nach kurzer Zeit aufgelöst

Doch viele kamen nicht und das Picknick war schneller vorbei als gedacht. Nach eineinhalb Stunden drohte die Polizei, Personalien von Teilnehmern aufzunehmen, die weder Maske trugen noch ein entsprechendes Attest hatten. Zwei Stunden vor dem geplanten Ende der Veranstaltung löste die Veranstaltungsleiterin die Versammlung auf, wie die Polizei später berichtete.

Ab Mittag waren zahlreiche Beamte in der Innenstadt im Einsatz. Zudem beschallten vom Opernplatz aus mehrere Dutzend Gegendemonstranten den Platz mit lauter Musik. „Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass sie nicht die schweigende Mehrheit sind“, sagte Jakob Alber, der die Gegendemo angemeldet hatte.

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„Querdenker“ planen neue Demo in Kassel

Pianist Arne Schmitt hingegen meinte, „die Antifa sollte lieber bei uns stehen, denn jeder normale Mensch ist gegen Faschismus“. Auf dem Rasen vor dem Fridericianum tummelten sich viele Kinder. Einige Teilnehmer verabschiedeten sich schnell zum „Singen in der Aue“. Ein Ordner trug ein Shirt mit „Jesus, Jesus, Jesus“-Aufdruck. Einer hatte den Slogan „Gib Gates keine Chance“ auf der Brust.

Die „Freien Bürger Kassel“ wollten nicht sagen, ob sie zufrieden waren. Schmitt fand den Nachmittag gut. Pfingsten wird er in Berlin spielen: „Da wollen wir Millionen auf die Straße bringen.“ Ein anderer Kritiker der Corona-Maßnahmen plant in Kassel für den 19. Juni eine Veranstaltung. Dann rechnet er mit 10.000 Teilnehmern. (Matthias Lohr)

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