Jahresbilanz 2014 – Weniger Fahrgäste als im Jahr 2013

KVG mit 16,8 Millionen Euro Verlust

Straßenbahn auf der Wilhelmshöher Allee: Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) hat im Jahr 2014 einen Verlust von 16,8 Millionen Euro eingefahren. Foto: Malmus

Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 16,8 Millionen Euro eingefahren – etwas weniger als die ursprünglich erwarteten 17 Millionen Euro Miese.

Auch 2013 waren es 16,8 Millionen Euro. Mit 43,8 Millionen Fahrgästen waren eine Million Kunden weniger als im Rekordjahr 2013 mit Bussen und Bahnen unterwegs.

2013 war für das Kasseler Nahverkehrsunternehmen freilich ein ganz besonderes Jahr. Durch den Hessentag und das Stadtjubiläum Kassel 1100 zählte die KVG mit 44,8 Millionen Fahrgästen einen Rekordwert. Diese Zahl wurde im eher ruhigen Jahr 2014 nicht mehr erreicht. Trotzdem lag die Fahrgastzahl im vergangenen Jahr höher als im documenta-Jahr 2012 (43,5 Millionen). Dies belegt, dass der Nahverkehr gefragt ist und die Kundenzahl weiter kontinuierlich steigt.

Stadt zahlt 33,1 Mio. Euro

Die Stadt Kassel hat im Vorjahr mit insgesamt 33,1 Millionen Euro zur Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt beigetragen. Es handelt sich um Geld, das die Substanz erhalten, bei den Kosten helfen und die Pensionsverpflichtungen der KVG decken soll.

Über 40 Millionen Euro hat die KVG aus dem Fahrkartenverkauf eingenommen. Die Zahl der Jahreskarten und Jobtickets sei weiter gestiegen, sagt KVG-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig. Im Vorjahr hatten 15 800 Erwachsene eine Jahreskarte und 11 500 ein Jobticket.

Schwarzfahrer-Kontrollen

Aber auch der Einzelkartenverkauf hat leicht zugelegt. Das hat nach KVG-Vermutung mit verstärkten Kontrollen zu tun. 2014 hat das Unternehmen das Prüfkonzept umgestellt. Jetzt sind kleinere Teams von Fahrausweisprüfern in den Bussen und Bahnen unterwegs und tauchen überraschender auf. Die Zahl der überprüften Fahrgäste stieg im Vorjahr im Vergleich zu 2013 um mehr als 25 Prozent an. Etwa 650.000 Fahrgäste wurden 2014 kontrolliert. Die Einnahmen aus dem erhöhten Beförderungsentgelt, das die erwischten Schwarzfahrer berappen müssen, lagen bei 200.000 Euro. Weil das Strafentgelt ab 1. August dieses Jahres von 40 auf 60 Euro erhöht wird, rechnet die KVG in diesem Jahr mit Mehrerlösen von wenigstens 150.000 Euro aufgrund eines doppelten Effekts: Steigende Einnahmen durch das höhere Strafentgelt und mehr Ticketverkäufe aufgrund der abschreckenden Wirkung, erläutert Helbig.

Um Kosten zu sparen, bringt die KVG 15 alte Trams aus dem Baujahr 1991 in den eigenen Werkstätten wieder auf Vordermann. Das kostet rund eine Million Euro pro Tram, die nach der Komplett-Sanierung bis zum Jahr 2030 fahren sollen. Zum Vergleich: Eine neue Straßenbahn würde drei Millionen Euro kosten. Die ersten drei runderneuerten Trams sind bereits fertig, eine vierte Straßenbahn ist in Arbeit.

Auch zehn gebraucht gekaufte Tram-Anhänger werden derzeit technisch umgerüstet und sollen voraussichtlich ab 2016 auf der Tram-Linie 1 eingesetzt werden.

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