Kompromisslösung für die Gestaltung

KVG-Bau am Kasseler Bebelplatz soll mit Illusionsmalerei verschönert werden

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Illusion: Friedel Deventer plant als Fassadengestaltung unter anderem den Blick auf eine Landschaft um 1820.

Vorderer Westen. Es gibt eine Kompromisslösung für die Gestaltung des Bebelplatzes. Der Ortsbeirat Vorderer Westen hat jetzt dem Ergebnis von vier öffentlichen Workshops zugestimmt.

Ziel der Treffen, zu denen der Ortsbeirat eingeladen hatte, war es, gemeinsam Ideen für die Fassade und die Akzeptanz des KVG-Elektro-Unterwerks am Bebelplatz zu entwickeln. 

Jetzt präsentierten Ortsvorsteher Steffen Müller (Grüne) und Stellvertreter Mario Lang (SPD) die Pläne für eine Erweiterung der Illusionsmalerei an den Fassaden der KVG-Bauten durch den Künstler Friedel Deventer. Außerdem sollen die Bauten als Aufwertung später von einer „weich geschwungenen Linie aus Stelen“ umstellt werden.

Zur Vorgeschichte: Vor exakt zwei Jahren war das Entsetzen im Stadtteil groß. Die KVG hatte in einer Nacht- und Nebel-Aktion ein technisches Bauwerk zur Stromversorgung von Straßenbahnen auf den Bebelplatz gesetzt. Der Ortsbeirat war nicht informiert worden und protestierte: Das klotzartige Bauwerk verschandele nicht nur die Optik des Platzes, es verdecke zudem eine opulente Fassadenmalerei Friedel Deventers. Der Forderung des Ortsbeirats, den „hässlichen“, von Bürgern als unerträglich störend empfundenen Zweckbau zu versetzen, wurde nicht nachgekommen. Das sei nicht möglich, entschuldigte sich Stadtbaurat Christof Nolda.

Nach einem aufwändigen, transparenten Beteiligungsprozess sei mit der vorliegenden Planung ein Kompromiss gefunden worden, sagte Müller: „Die Arbeit in den Workshops war konstruktiv und hat Spaß gemacht.“ Man schaffe nun eine neue Anmutung und bespiele den Platz auf andere Weise. Ziel war es, dem Trafobau den Charakter eines Fremdkörpers zu nehmen, indem man ihn zum Bestandteil einer Gestaltung macht.

Dafür wurden drei gestalterische Ebenen geschaffen: Von Weitem sollen die Stelen auf das Bauwerk aufmerksam machen, von Nahem kann Deventers Malerei betrachtet werden. Und schließlich soll ein Fenster im Bau einen Blick ins funktionale Innere ermöglichen. Für die Umsetzung der künstlerischen Arbeiten, die für das nächste Jahr geplant ist, stellt die KVG 50.000 Euro zur Verfügung. 

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