Diverse Linien der KVG betroffen

KVG-Reform bei Bussen und Bahnen: Was sich in Kassel ändert

Kassel. Startschuss für die neuen Kasseler Linien. Am heutigen 25. März wird die Umstellung für Busse und Straßenbahnen erfolgen - mit vielen Änderungen für Passagiere.

Rund vier Jahre laufen die Planungen, seit Juni sind sie beschlossene Sache, nun steht der Startschuss für die Kasseler Linien: Am heutigen Sonntag, 25. März, wird die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) auf das neue Liniennetz für ihre Busse und Straßenbahnen umstellen.

Das ändert sich mit der KVG-Reform:

Die KVG-Liniennetzreform zum 25. März ist mehr als ein Fahrplanwechsel. Die Dimension der Umstellung verdeutlichen einige Zahlen: Bei rund 46 Millionen Fahrgästen jährlich, rund 35.000 Jahreskarten- und Job-Ticket-Nutzern sowie 100.000 täglichen Ein- und Auspendlern ist praktisch jeder Haushalt in und um Kassel davon betroffen.

Die Reformziele

Bei ihrer Präsentation haben die KVG-Verantwortlichen die Verbesserungen der Kasseler Linien hervorgehoben. Angebot und Nachfrage seien besser aufeinander abgestimmt. Kapazitäten seien auf nachgefragten Linien gestärkt worden, um Fahrgastpotenziale ausschöpfen zu können. Im Gegenzug seien Überkapazitäten auf einigen Buslinien abgebaut worden. Insgesamt entspreche das neue Netz besser als zuvor dem tatsächlichen Bedarf, unterstrichen Maxelon, Ebert und Möller.

Nachfolgend die von der KVG angegebenen Verbesserungen im Überblick:

Die Buslinien

  • Mit der neuen Linie 10 wird das Angebot auf der Achse Harleshausen, Rothenditmold, Innenstadt und Waldau durch den Wechsel vom 15- auf einen Zehn-Minuten-Takt an Schultagen gestärkt.
  • Mit der neuen Linie 12, die an der Weserspitze beginnt und durch Rothenditmold zum Bahnhof Wilhelmshöhe und durch Wehlheiden führt, wird über die Messehallen eine Direktverbindung zu vielen Zielen geschaffen.
  • Neue Direktverbindungen entstehen zum Beispiel auch durch die Linie 11 zwischen Jungfernkopf, Harleshausen und Bahnhof Wilhelmshöhe sowie durch die aufeinander abgestimmten Linien 13 und 16, die das Klinikum mit Bebelplatz, Auestadion und Aubead verknüpfen.
  • Mit Bus 25 wird der Stadtteil Wehlheiden eine eigene Quartierslinie mit Direktverbindung in die Innenstadt erhalten.

Die Tramlinien

  • Der 15-Minuten-Takt für Straßenbahnen (auch für einige Buslinien) wird samstags von 15 auf 18 Uhr verlängert, um vor allem die Innenstadt besser erreichen zu können.
  • Auf der Helleböhnstrecke werden die Linien 3 und 7 ganztägig im 7,5-Minuten-Takt die Stadtteile Oberzwehren und Süsterfeld-Helleböhn sowie die Marbachshöhe mit dem Bahnhof Wilhelmshöhe und der Innenstadt verbinden.
  • Um der Nachfrage zu entsprechen, werden Beiwagen auf der neuen Tramlinie 6 zwischen Ihringshäuser Straße, Innenstadt und Frankfurter Straße bis zum Schulzentrum Brückenhof eingesetzt.
  • Wolfsanger wird durchgehend bis Betriebsschluss mit Straßenbahnen angebunden.

Für die Umstellung werden rund 400 Bus- und Straßenbahnfahrer, die Mitarbeiter der Betriebsstelle und des Kundenzentrums geschult, kündigte Maxelon an. Haltestellen müssten umgebaut werden. Zudem müssten Signalisierungen für den Tram-Beiwagenbetrieb auf der neuen Linie 6 sowie für neue Buslinien angepasst werden.

Sorgte für Diskussionen während des Beteiligungsprozesses: der geplante Wegfall von Busverbindungen. Unser Foto zeigt einen Bus der Linie 19 vor der Kurfürstengalerie.

Nicht alle Wünsche erfüllt

Alle Anregungen zu den Entwürfen wurden geprüft. Nicht alle wurden aber auch umgesetzt. Das hat am Dienstag Projektleiter Sven Möller betont. Mit Blick auf das gesamte Netz und die Wirtschaftlichkeit hätten nicht alle Wünsche berücksichtigt werden können.

Nachfolgend einige Beispiele, wo das bisherige Angebot wegen gerinhere Nachfrage oder wegen Alternativen ausgedünnt beziehungsweise der Bus durch Anruf-Sammel-Taxis (AST) ersetzt werden soll: 

  • Die bisherige Buslinie 12 zwischen Brückenhof und Rothenberg entfällt.
  • Die bisherige Buslinie 27 zwischen Rothenditmold und Wolfsanger entfällt.
  • Die Buslinie 28 (Am Kirschrain)-Holländische Straße-Warteberg) fährt künftig nur im 20-Minuten-Takt (bisher alle 15 Minuten).
  • Die Verbindung zwischen den Schulzentrum Brückenhof und den Druseltal fährt künftig im 30-Minuten-Takt (bisher alle 15 Minuten).
  • Die Verbindung zwischen Rothenberg, Hauptbahnhof und Königsplatz wird künftig im 30-Minuten-Takt (bisher alle 15 Minuten) bedient.
  • Streckenäste über Fasanenhof (bisher Linie 27) und Kohlen-/Druseltalstraße (bisher Linie 12) werden aufgegeben.
  • AST-Verkehre ersetzen Busse im Bereich Oberzwehren / Niederzwehren, Lossewerk, Escherbergstraße / Seebergstraße sowie Lindenberg / Forstfeld.

Hier gibt es noch mehr Infos:

Schon seit Tagen weisen Plakate im Stadtgebiet auf den Starttermin 25. März der Kasseler Linien hin. Gedruckte Fahrpläne und Broschüren sollen ab Mitte März zur Verfügung stehen. Die rund 55.000 Abonnenten im Tarifgebiet Kassel-Plus erhalten die für sie wichtigen Broschüren per Post. 

Basisinformationen sollen an alle Kasseler Haushalte verteilt werden, um Fahrgästen frühzeitig Gelegenheit zu geben, sich mit dem neuen Angebot vertraut zu machen, teilt die KVG mit.

Im Internet sind viele Informationen schon abrufbar. Zentrales Element ist ein interaktiver Liniennetzplan. Die ab 25. März geltenden Netzpläne sind bereits eingestellt.

Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Website der KVG, im NVV-Kundenzentrum in der Kurfürstengalerie und am NVV-Servicetelefon unter 08009390800.

Chronik: Von Beschluss bis Start

  • Mai 2015: Per Mehrheitsbeschluss beauftragen die Kasseler Stadtverordneten die KVG mit der grundlegenden Reform ihres ÖPNV-Angebots.
  • Juli 2015: Die KVG stellt den ersten Entwurf für die Kasseler Linien vor. Die Bürgerbeteiligung beginnt. Der Entwurf wird in Ortsbeiräten, in Behinderten-, Ausländer- und Seniorenbeirat sowie in anderen Gremien und Einrichtungen vorgestellt.
  • November 2015: Die KVG hat auf den ersten Entwurf mehr als 1100 Rückmeldungen und Unterschriftenlisten erhalten. Die meiste Kritik gibt’s zur geplanten Streichung von Busverbindungen.
  • April 2016: Der überarbeitete Entwurf, in den viele Änderungswünsche eingearbeitet wurden, wird den Gremien vorgelegt.
  • 19. Juni 2017: Die Kasseler Stadtverordneten beschließen den überarbeiteten Entwurf mit der Koalitionsmehrheit von SPD, Grüne und Liberaler Liste.
  • 25. März 2018: Die Kasseler Linien starten.

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