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Viele Krankheitsfälle: KVG dünnt Fahrplan in Kassel erneut aus

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Von: Kathrin Meyer

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Die Campuskarte gilt auch als Fahrkarte im Nahverkehr in der Region.
Weil viele Fahrer krank sind, muss die KVG bis auf Weiteres ihren Fahrplan anpassen. © ANDREAS FISCHER/NH

Ausfälle beim Fahrpersonal erreichen bei der KVG aktuell einen neuen Höchststand. Daher gelten in Kassel bis auf Weiteres Änderungen bei den Fahrplänen.

Kassel – Die KVG muss aufgrund einer außergewöhnlich hohen Zahl von Krankmeldungen erneut ihre Fahrpläne anpassen. Die neuen Regelungen gelten ab Montag, 2. Januar, bis auf Weiteres, teilte das Unternehmen mit. Die Angebotsänderungen betreffen sowohl Straßenbahn- als auch Buslinien der KVG.

Bei den Änderungen habe man darauf geachtet, dass möglichst wenige Fahrgäste betroffen sind, heißt es in der Mitteilung. Deshalb werde auf einige Parallelverkehre verzichtet. Zudem werde bei anderen Linien der Takt oder Strecken verkürzt. Fahrgäste könnten so ihre Ziele weitestgehend erreichen, wenn auch teilweise durch Nutzung von im Stadtgebiet verkehrenden NVV-Buslinien und Regiotrams.

Kassel: Ausfälle der KVG erreichen derzeit Höchstwerte

Die neuen Fahrpläne gelten, laut KVG, bis sich die Situation im Fahrdienst wieder entspannt. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums fehlen deutschlandweit in den Verkehrsbetrieben mehr als 45.000 Fahrerinnen und Fahrer und Fachkräfte in der Verkehrsmechatronik sowie Fahrzeugtechnik. Diese sehr angespannte Arbeitsmarktlage bekommt auch die KVG stark zu spüren.

Die krankheitsbedingten Ausfälle im Fahrdienst waren im gesamten Jahr 2022 im Durchschnitt außergewöhnlich hoch und erreichen aktuell wieder Spitzenwerte, heißt es von der KVG. Durch Vertretungen seien die Ausfälle nicht mehr aufzufangen, zumal die daraus entstanden Belastungen für die verbliebenen Mitarbeiter und für die KVG als Arbeitgeberin nicht länger vertretbar seien.

Die Änderungen im Überblick

Tram 2: Zwischen den Haltestellen „Bahnhof Großenritte“ und „Schulzentrum Brückenhof“ bietet die KVG auf der Tramlinie 2 nur noch jeweils zwei Fahrten zwischen 7 und 8 Uhr morgens sowie 13 und 14 Uhr an.

Tram 5: Diese Linie fährt nur zwischen „Bahnhof Großenritte“ und „Königsplatz“. Der Streckenabschnitt „Am Stern“ bis „Holländische Straße“ entfällt.

Tram 7: Die Straßenbahnen verkehren ab „Am Stern“ bis „Kirche Wolfsanger“. „Am Stern“ bis „Mattenberg“ entfällt. „Kirche Wolfsanger“ bis „Wolfsanger“ wird nur montags bis freitags an Schultagen und Ferientagen ab etwa 20.30 Uhr, an Samstagen ab ca. 18.30 Uhr sowie an Sonntagen befahren.

Tram 1: Auf dieser Linie ändern sich einzelne Fahrten wochentags zwischen 7 Uhr und 8 Uhr zwischen Vellmar und dem Königsplatz sowie nach etwa 20 Uhr bis Betriebsschluss.

Tram 3 und Tram 6: Anpassung einzelner Ein- und Aussetzfahrten zu und von den Betriebshöfen Wilhelmshöhe und Sandershäuser Straße.

Buslinie 12: Die Busse fahren zwischen nur noch „Weserspitze“ und „Kasseler Straße“. Der Abschnitt „Kasseler Straße“ bis „Leipziger Platz“ sowie „Marienkirche“ entfällt.

Buslinie 16: Diese Linie wird ab 2. Januar in zwei Abschnitt aufgeteilt: „Auestadion“ bis „Orangerie“ und „Königsplatz/Mauerstraße“ bis „Rothenberg“. Der Abschnitt „Orangerie“ bis „Königsplatz/Mauerstraße“ entfällt.

Buslinie 17: Die Strecke „Hauptbahnhof Nord“ bis „Fraunhoferinstitut“ entfällt. Die Busse verkehren ab „Königsplatz/Mauerstraße“ weiter als Linie 16 über „Hauptbahnhof“ Richtung Rothenberg.

Buslinie 25: Die Busse fahren nur noch im Stundentakt statt halbstündlich.

Buslinien 26 und 27: Die Abfahrtszeiten werden an die neuen Abfahrtszeiten der Tram 7 angepasst.

Ausfälle bei der KVG: Beschäftigte gingen in Kassel „bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit“

Auch durch weitere Fremdvergaben an andere Busunternehmer lasse sich die Situation nicht lösen, zumal auch diese Unternehmen hohe Krankenstände verzeichnen. „Jeder Fahrtausfall schmerzt auch uns und wir bitten um Entschuldigung, dass wir unseren Kundinnen und Kunden nicht die gewohnte hohe Qualität bieten können“, erläutert Uwe Raschke, Leiter des Bereichs Verkehr und Betrieb.

„Unser besonderer Dank gilt allen Beschäftigten, die in den vergangenen Monaten durch hohen persönlichen Einsatz bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gegangen sind. Wir bedanken uns auch bei all jenen, die in anderen Bereichen, etwa in der Betriebsplanung oder der Disposition der KVG arbeiten, und wann immer möglich Fahrdienste übernommen haben. Auch sie haben jetzt vielfach ihre Belastungsgrenze erreicht.“ (Kathrin Meyer)

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