Von Park-and-ride-Parkplätzen ging es für ACE-Tester in Kasseler City

Straßenbahn oder Auto: So kommt man am besten in die Kasseler Innenstadt

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Der Park-and-ride-Parkplatz an der Ihringshäuser Straße. Der Auto Club Europa nahm auch diesen Parkplatz unter die Lupe.

Wer in die Kasseler Innenstadt will, kann Straßenbahn statt Auto fahren. Aber ist man damit wirklich schneller und billiger unterwegs? Ein Test liefert überraschende Ergebnisse.

Mit dem Auto in die Kasseler Innenstadt zu kommen, kann ganz schön anstrengend sein. Staus, Baustellen und kostenpflichtige Parkplätze erwarten Pendler und Ausflügler. Gute Gründe, um auf die Straßenbahn umzusteigen. Der Auto Club Europa (ACE) hat nun getestet, ob sich das Umsteigen auch lohnt.

Für ihren Test besuchten die Mitglieder des Clubs zwölf sogenannte Park-and-ride-Parkplätze (P&R) in Kassel und dem Umland. Park and ride steht dabei für Parken und Reisen und bezeichnet Parkplätze, auf denen Pendler ihr Auto am Stadtrand abstellen, um auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen zu können.

Fahrzeit wurde gestoppt

Drei Parkplätze wurden unter die Lupe genommen. Dabei stoppten die Mitglieder die Fahrzeit zum Königsplatz und berechneten die Kosten für die Fahrt. Getestet wurden die P&R-Anlagen am Bahnhof Baunatal-Großenritte, Vellmar-Nord und am Bahnhof Oberkaufungen. 

„Unser Ergebnis ist eindeutig“, sagt Klaus Treptow vom Kreisvorstand Kassel des ACE. „Mit der KVG ist man billiger und entspannter am Ziel.“ Zwar könne die Fahrt, je nach Abfahrtsort, etwas länger dauern, trotzdem erspare man sich Staus und die Parkplatzsuche. 

Wie kommt man entspannter und günstiger in die Innenstadt? Mit dem Auto oder der Tram? Der Auto Club Europa hat das getestet. von links: Klaus Treptow, Erwin Lueg, Uwe Völker, Volker Schork, Lothar Krönert und Manon Uffelmann am Königsplatz.

Als Berechnungsgrundlage diente das KVG-Jahresticket für das Gebiet Kassel-Plus. Dieses schließt die Umlandgemeinden mit ein. Eine Jahreskarte kostet 800 Euro. Das sind, so Treptow, 2,19 Euro am Tag. Für das Auto habe man 50 Cent pro Kilometer berechnet. Dabei seien neben Benzinkosten auch die Verschleißkosten eingerechnet.

Strecken wurden parallel mit dem Auto abgefahren

Fährt man am Bahnhof Großenritte los, erklärt ACE Regionalbeauftragter Uwe Völker, legt man bis zum Königsplatz 17 Kilometer zurück. Parallel dazu fuhr ein Clubmitglied die Strecke mit dem Auto ab.

„Zwar spart man mit dem Auto zehn Minuten, gibt aber bei Hin- und Rückfahrt fast 13 Euro mehr aus. Dazu kommen dann noch die Parkgebühren in der Innenstadt“, sagt Völker. Das Parken auf den P&R-Plätzen ist dagegen kostenlos. Dies bestätigte auch die KVG.

Parkplätze sind teilweise schlecht ausgeschildert

Allerdings gebe es an einzelnen Parkplätzen auch Mängel, heißt es. So soll laut KVG an der Holländischen Straße ein P&R-Parkplatz sein. Allerdings sei dieser aufgrund fehlender Beschilderung nicht zu finden gewesen, so Treptow. Auch der Parkplatz Druseltal sei schlecht ausgeschildert.

Der ACE bewertete die Parkplätze neben der Beschilderung auch hinsichtlich ihrer Auslastung. Ein erster Besuch wurde bereits im Februar unternommen, nun wurden die damaligen Ergebnisse verglichen, erklärt Treptow.

Noch Kapazitäten an drei Parkplätzen

„Unsere Auswertung hat ergeben, dass die Parkplätze sehr gut genutzt werden, auf manchen allerdings noch Kapazitäten vorhanden sind“, sagt der ACE-Regionalbeauftragte Volker Schork. In Großenritte, Druseltal, Vellmar-Dörnbergstraße, Kassel Ihringshäuser Straße und Kaufungen-Papierfabrik sei die Auslastung bei nahezu 100 Prozent gewesen. Kapazitäten gebe es noch in Oberkaufungen, Niederkaufungen und Vellmar-Nord.

Ob vor allem Pendler oder Touristen das Angebot nutzen, darüber könne man keine Aussagen treffen, so die ACE-Mitglieder.

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