Informationen zu Netz und Fahrkarten

KVG macht Hausbesuche in Kassel: Wer keinen Kontakt will, soll Postkarte ausfüllen

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So kündigt die KVG ihre Hausbesuche an: Mit einem Brief wird über den bevorstehenden Termin informiert. Wer keine Lust darauf hat, muss eine Postkarte zurücksenden.

Kassel. In diesen Tagen haben wieder Hunderte Kasseler Haushalte in ihrem Briefkasten ein Schreiben der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) gefunden. Damit sie keinen Hausbesuch bekommen, sollen Kunden jetzt eine Postkarte schreiben.

Die KVG kündigt an, in der Zeit von Ende August bis Anfang September über das neue Liniennetz und das Fahrkartenangebot informieren zu wollen. Dafür werde ein Mitarbeiter „vor Ort“ – gemeint sind die eigenen vier Wände – beraten. Wer keinen Hausbesuch wünscht, soll eine Postkarte ausfüllen und zurücksenden.

Aber was steckt hinter der Aktion? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Warum betreibt die KVG diesen Aufwand?

Mit den Hausbesuchen, die bereits 2014 angelaufen sind, will die KVG über Neuerungen im Kasseler Liniennetz informieren. Besonders das Angebot des jeweiligen Stadtteils soll vorgestellt werden. So hofft die KVG, neue Kunden zu gewinnen.

Das heißt, es wird auch Werbung für die unterschiedlichen Fahrkarten gemacht?

Ja, es werden auch die Tarife des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) vorgestellt und individuell zu Fahrkarten beraten.

Wie viele Menschen hat die KVG denn schon auf diese Weise informiert?

Dazu teilt die KVG auf HNA-Anfrage mit: „In der Vergangenheit wurden Haushalte in den Stadtteilen Kirchditmold, Rothenditmold, Ober- und Niederzwehren sowie in den Gemeinden Kaufungen und Vellmar besucht. In diesem Jahr waren es seit der Umstellung auf das neue Netz bislang rund 4500 Besuche entlang der Tram-Strecke zwischen Mattenberg und Bahnhof Wilhelmshöhe und somit auch im Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn.“

Werden die Hausbesuche durch KVG-Mitarbeiter erledigt?

Nein, damit hat die KVG das Unternehmen PB Consult aus Nürnberg beauftragt. Deren Mitarbeiter werden im Vorfeld geschult. Sie sind an ihren blauen Jacken oder Westen zu erkennen, die mit dem Logo der KVG versehen sind. Sie weisen sich unaufgefordert mit ihrem Dienstausweis mit Lichtbild aus.

Was muss ich tun, wenn ich keinen Hausbesuch will?

Wer keinen Hausbesuch möchte, muss die dem Anschreiben beiliegende vorfrankierte Postkarte an die KVG zurücksenden. Wer sich den Weg zum Briefkasten sparen will, kann aber auch einfach unter der im Schreiben angegebenen Rufnummer (0561-30 89 58 14) absagen.

Warum wird die Absage so umständlich gestaltet? Könnte man das Prinzip nicht umkehren: Wer Interesse an einer persönlichen Beratung hat, füllt die Postkarte aus?

Das Anschreiben diene der Vorab-Information der Bürger, teilt die KVG mit. Niemand solle an der Haustüre überrascht werden, auch wenn es grundsätzlich erlaubt sei, Menschen ohne Ankündigung an der Haustüre zu besuchen. Durch die Telefonhotline und die vorfrankierte Postkarte gebe es eine „bequeme Möglichkeit“ zur Absage, so die KVG. Natürlich sei es auch möglich, die Mitarbeiter noch an der Tür abzuweisen.

Wie ist denn die Resonanz auf die Aktion?

Nach Auskunft der KVG ist die Resonanz gut. „Im Durchschnitt geben 87 Prozent der besuchten Haushalte an, dass ihnen der Service gut oder sehr gut gefallen hat. Fast 80 Prozent würden es sogar begrüßen, wenn die KVG den Kundendialog fortführen oder ausbauen würde“, teilt eine KVG-Sprecherin auf Anfrage mit. Nur fünf Prozent aller Haushalte würden im Vorfeld der Hausbesuche absagen.

Was lässt sich die KVG die Hausbesuche kosten?

Dazu will die KVG keine Angaben machen.

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