Fahrkarten gibt es bald nicht mehr an den Haltestellen

Erste Geräte außer Betrieb: KVG schafft Automaten an Haltestellen ab

Kassel. Viola Gerhart ist genervt. Sie steht vor dem Wilhelmshöher Bahnhof und will mit der Straßenbahn in die Innenstadt fahren. Doch alle vier stationären Fahrkartenautomaten für den Nahverkehr sind außer Betrieb.

Korrektur

In unserem ersten Bericht hatten wir geschrieben, dass an den Fahrkartenautomaten kein Hinweis zu den alternativen Kaufmöglichkeiten angebracht ist. Dies ist nicht richtig. An den abgeschalteten Geräten ist ein Hinweis angebracht.

Daran wird sich vorerst nichts ändern, sagt Heidi Hamdad, Sprecherin der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Die Geräte seien veraltet und würden nicht erneuert. Nach und nach sollten an allen Haltestellen die Fahrkartenautomaten abgeschafft werden – die in den Bahnen reichten aus.

„Die meisten Automaten sind 20 Jahre alt. Ihre Software ist veraltet und die Geräte sind extrem störungsanfällig“, sagt Hamdad. Insofern seien sie aus wirtschaftlichen Überlegungen außer Betrieb genommen worden. Eine Reparatur habe sich nicht gelohnt. Die Anschaffung eines neuen Automaten koste etwa 35.000 Euro.

Mittelfristig, so Hamdad, sollten alle stationären Automaten verschwinden. Die Wartung sei sehr kostspielig. Auch das Geld in den Geräten müsse regelmäßig geleert und neues Wechselgeld eingefüllt werden.

Möglicherweise wird am Bahnhof Wilhelmshöhe aber demnächst doch wieder funktionsfähige Technik stehen. „Wir prüfen derzeit noch, ob wir Geräte von anderen Standorten abbauen und am Bahnhof aufstellen“, sagt Hamdad. Bevor dies entschieden werde, müssten aber noch die Wirtschaftlichkeitsberechnungen abgewartet werden.

Hamdad hält die Abschaffung für unproblematisch: Schließlich gebe es in den Straßenbahnen Fahrkartenautomaten, die über die gleichen Funktionen verfügten.

In Bussen nicht alle Tickets

Für die Fahrgäste in den Bussen gibt es diesen gleichwertigen Service nicht. Die Busfahrer im Kassel-Plus-Gebiet verkaufen nur ein deutlich eingeschränktes Fahrkartenangebot: Dort gibt es nur Einzelfahrkarten, Multitickets, Einzeltages- und Gruppenkarten.

Fünfer- und Zeitkarten gibt es beispielsweise nicht. „Wir prüfen noch, ob die Busfahrer bald mehr Fahrkartenvarianten anbieten. Aber umso mehr es gibt, desto aufwändiger wird der Verkauf. Das könnte Probleme mit den engen Zeitplänen geben.“

Von Bastian Ludwig

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