Öffentlicher Nahverkehr

KVG schafft 40 neue Straßenbahnen für Kassel an

Eine Tram fährt in die Haltestelle Königsplatz in Kassel ein.
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Viele neue Straßenbahnen für Kassel: Unser Foto zeigt eine Tram der Linie 5 am Königsplatz.

Mit einer Investition von rund 130 Millionen Euro will die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) in den nächsten Jahren ihren Fuhrpark erneuern.

Kassel – Das Coronavirus hat über Monate hinweg die Pläne zum Ausbau und zur Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs in Kassel ausgebremst. Jetzt aber kündigt die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe an, um ihren in die Jahre gekommenen Tram-Fuhrpark zu erneuern. So sollen in den nächsten Jahren bis zu 40 neue Niederflur-Straßenbahnen angeschafft werden.

Der Aufsichtsrat habe kürzlich grünes Licht für die Beschaffung der Bahnen gegeben, berichtet Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), der auch Vorsitzender des KVG-Aufsichtsrats ist. „Mit diesem Beschluss stellen wir weitere Weichen für eine nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung des ÖPNV in Kassel.“

Das Investitionsvolumen beträgt nach Geselles Angaben rund 130 Millionen Euro. Die Beschaffung der neuen Straßenbahnen soll als europaweite Ausschreibung von zunächst 22 Triebwagen plus zwei Optionen für weitere acht und zehn Fahrzeuge erfolgen. Bestellt werden könnten demnach die ersten 22 Trams noch im laufenden Jahr. Mit der Bestellung der weiteren acht Straßenbahnen sei im Jahr 2024 zu rechnen. Wiederum zwei Jahre später könne die zweite Option für nochmals zehn Bahnen eingelöst werden.

Von der Anlieferung des ersten Prototyps bis zum Fahrgastbetrieb der Straßenbahnen wird es etwa sechs Monate dauern. In dieser Phase würden die Fahrzeuge auf einwandfreie Funktionalität geprüft und die notwendigen Systemtests zur Zulassung vorgenommen, erklärt Oberbürgermeister Geselle.

Die ältesten KVG-Straßenbahnen, die noch in und um Kassel unterwegs sind, sind nach Unternehmensangaben mehr als drei Jahrzehnte alt, in der Regel wird von rund 25 Betriebsjahren ausgegangen. Nach dem Beschluss des Aufsichtsrates wird der nächste Schritt in der Entscheidung des Gremiums über die Auftragsvergabe bestehen, sobald die Angebote der Hersteller für die bis zu 40 Straßenbahnen vorliegen und von der KVG geprüft wurden.

Eine neue Niederflur-Straßenbahn kostet rund drei Millionen Euro. Weil es für die Neuanschaffung von Bahnen seit 2004 keine Zuschüsse mehr vom Land Hessen gibt, hat die KVG bereits im Jahr 2013 gebrauchte Beiwagen (Stückpreis: rund 30 000 Euro) aus Rostock erworben und hängt seit 2014 auch Fahrzeuge zu Doppel-Trams zusammen, um die Kapazität auf stark nachgefragten Linien zu erhöhen.

Nach Angaben der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) gehören aktuell 78 Straßenbahnen und rund 60 Busse zu ihrem Fuhrpark. Die ältesten Trams, die noch in Betrieb sind, stammen aus dem Jahr 1986, sie sind also 35 Jahre alt. Die jüngsten Straßenbahnen der KVG sind seit Anfang der 2010-er Jahre unterwegs. Insgesamt 24 Linien bietet das KVG-Netz in der Stadt Kassel und in der Umgebung an, acht davon sind Straßenbahnlinien und 16 Buslinien. Rund 400 Beschäftigte des Unternehmens sind im Fahrdienst im Einsatz. (Andreas Hermann)

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