Weit über 50 Prozent

KVG-Konzept geht voll auf: Besucher nutzen Busse und Bahnen

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Präzisionsarbeit in der KVG-Leitstelle im Auestadion: Hans-Georg Rudolph, Markus Hubach und Peter Döhne (von links) koordinieren den Bus- und Bahnverkehr zum Hessentag.

Kassel. Die KVG-Mitarbeiter in der improvisierten Leitstelle direkt im Auestadion leisten Präzisionsarbeit: Von hier aus koordinieren sie den kompletten Bus- und Straßenbahnverkehr zum Hessentag.

Sie reagieren auf Funksprüche, überwachen auf Monitoren das Streckennetz und setzen flexibel überall da zusätzliche Züge und Busse ein, wo Engpässe entstehen – und das bereits seit fünf Tagen.

„Bis jetzt läuft alles wie am Schnürchen“, sagt KVG-Hessentagskoordinator Sven Möller. „Wir fahren mit allem, was wir haben – das sind bis zu 77 Züge und 70 Busse zuzüglich der 10 zusätzlich georderten Fahrzeuge aus Fulda, Hannover, Leipzig und Osnabrück.“ Normalerweise hat die KVG im Schnitt etwa 15 Prozent weniger Fahrzeuge auf der Strecke.

Um überhaupt dichtere Takte und längere Fahrzeiten realisieren zu können, setzt die KVG inzwischen alle Kollegen der KVV-Gruppe ein, die eine Fahrerlizenz haben. Möller: „Da sind auch Mitarbeiter der Städtischen Werke oder der Bäderbetriebe dabei.“

86 Prozent mehr Dienste

Tatsächlich ist die Anzahl der geleisteten Dienste in den vergangenen Tagen zum Teil erheblich gestiegen. So leistete das Tram-Personal allein vergangen Sonntag 52 Prozent mehr Dienste, das Bus-Personal sogar 86 Prozent. Bekanntlich spielten da die Toten Hosen im Auestadion mit 30 000 Besuchern. 75 Minuten nach Konzertende waren alle Fahrgäste von der Haltestelle am Auestadion abtransportiert.

Das KVG-Konzept geht auf. Inzwischen nutzen weit über 50 Prozent aller Hessentagsbesucher Busse und Bahnen. „Wir sind selbst erstaunt“, sagt Möller, der sich mit seinem Team nun auf das kommende Wochenende vorbereitet. „Wir werden am Limit fahren, aber unsere Feuertaufe haben wir bereits bestanden.“

Indessen läuft der Autoverkehr in der Innenstadt entspannt. Kurzfristige Staus gab es nur im Zusammenhang mit den bisherigen Großveranstaltungen (Helene Fischer, Die Toten Hosen).

„Weniger stark frequentiert werden bislang die Parkplätze“, sagt Stadtpressesprecher Ingo Happel-Emrich. „Das liegt auch daran, dass mehr Besucher als erwartet mit dem ÖPNV anreisen.“ Vor allem die Parkplätze am VW-Werk in Baunatal und am Mercedes-Werk seien trotz guter Wegweisung nur schwach angenommen worden. Bewährt hat sich dagegen das dynamische Wegweiserkonzept der Stadt Kassel. 650 Schilder weisen zum jeweils nächstgelegenen Parkplatz. Kleinere Verbesserungen gab es bei der Ausschilderung der Shuttlebushaltestellen und der Dampferanlegestellen.

Kaum Resonanz fanden bislang die kostenpflichtigen Radabstellanlagen.

Von Boris Naumann

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