Öffentlicher Nahverkehr gerät in Geldnot 

KVG krempelt um: Wegfall von Linien und Haltestellen

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) will das Netz der Straßenbahn- und Buslinien in der Stadt gehörig umkrempeln.

Seit 2012 wird an der Liniennetzreform gearbeitet. Am Samstag werden die Pläne erstmals öffentlich vorgestellt: Ab 10 Uhr im KVG-Infozelt am Friedrichsplatz. Bei den Straßenbahnlinien soll sich nicht allzuviel ändern. Bei den Buslinien dafür umso mehr: Neue Fahrstrecken und der Wegfall von Linien und Haltestellen sind geplant.

Mehr Infos zur Vorstellung der Pläne gibt es hier direkt bei der KVG.

Über all das will die KVG in den nächsten Monaten mit ihren Fahrgästen und den Bürgern der Stadt reden. „Wir wollen offen diskutieren, nichts durchpeitschen“, sagt KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert. Bei dem Vorhaben geht es nicht bloß darum, das annähernd 30 Jahre alte Liniennetz in der Stadt zu modernisieren.

Die Netzreform soll zusammen mit weiteren Aktivitäten dafür sorgen, dass auch in Zukunft noch Busse und Bahnen in Kassel fahren. Denn der öffentliche Nahverkehr – seit jeher ein Zuschussgeschäft – gerät zunehmend in Finanznot, weil Bund und Land Hessen weniger Geld zahlen.

2013 hatte die KVG zwar fast 45 Millionen Fahrgäste transportiert, aber trotzdem 16,8 Millionen Euro Verlust eingefahren (Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor). Bisher wird der Verlust aus dem Nahverkehr mit den Gewinnen der Städtische Werke AG ausgeglichen. Weil diese Gewinne nicht beliebig steigerbar sind, muss die KVG auf die Kostenbremse treten. Fünf bis sechs Millionen Euro weniger Verlust im Jahr sind das Ziel. Das neue und kostengünstigere Liniennetz soll dazu einen Beitrag leisten.

Bis Ende September soll darüber diskutiert werden. Anregungen und Kritik will die KVG zur Überarbeitung der Pläne bis März 2016 nutzen. Im Oktober 2016 werden dann die Kasseler Stadtverordneten entscheiden und im Frühsommer 2017 sollen Busse auf neuen Linien fahren.

Rubriklistenbild: © Archiv/HNA

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