Kein Geld für Ersatzbeschaffung

KVG kritisiert: Kein Zuschuss von Bund und Land für neue Trams

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Ganz schön lang: Auf der Linie 1 fährt die KVG seit Jahresende 2013 mit zwei zusammengekoppelten neuen Straßenbahnen, um den Fahrgastansturm vor allem im Bereich der Kasseler Uni bewältigen zu können.

Kassel. Dass es kein Geld von Bund und Land mehr gibt für die Beschaffung von neuen Fahrzeugen für den öffentlichen Nahverkehr, macht der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) schwer zu schaffen.

Das Unternehmen musste 22 neue Straßenbahnen als Ersatz für die mehr als 30 Jahre alten Trams komplett selbst bezahlen. Kosten: 55 Millionen Euro.

„Trotz der eindeutigen Nachweise der betrieblichen und wirtschaftlichen Notwendigkeit dieser Ersatzinvestition erhalten wir keinerlei öffentliche Zuschüsse für den Neukauf von Fahrzeugen“, sagt KVG-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig. Viele Nahverkehrsunternehmen müssen derzeit ihre in die Jahre gekommenen Fahrzeuge durch neue Busse und Bahnen ersetzen, weil gerade in Ballungsräumen die Fahrgastzahlen steigen.

„Vor allem auch angesichts der Notwendigkeit des Klimaschutzes und der demographischen Entwicklung ist die Weigerung der Politik, den öffentlichen Nahverkehr mit ausreichenden Finanzmitteln auszustatten, vollkommen kontraproduktiv“, kritisiert Helbig.

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Der Vorstandschef rechnet auch für das aktuelle Jahr 2014 mit einem Zuschussbedarf von rund 17 Millionen Euro. So würden allein die Tarifabschlüsse in diesem Jahr zu etwa 1,1 Millionen Euro höheren Personalkosten führen bei der KVG und dem angeschlossenen Unternehmen KVN Verkehrsgesellschaft Nordhessen, wo 225 Mitarbeiter beschäftigt sind. Aber es sei wichtig, dass insbesondere die Busfahrer künftig besser bezahlt würden, sagt Helbig über die in diesem Jahr wirksamen Tarifabschlüsse..

Immerhin hat sich die KVG jetzt alle Linienkonzessionen für den Busverkehr in der Stadt Kassel auch für die Zukunft gesichert. Das Regierungspräsidium Kassel erteilte ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 die Genehmigung für 19 innerstädtische Buslinien mit jährlich rund 3,8 Mio. Fahrplan-Kilometern bis 9. November 2019. „Damit ist der KVG gelungen, den Zuschlag für alle ihre Bestandverkehre langfristig zu sichern und den Zuschlag für zwei neue Buslinien zu gewinnen. Damit haben wir für viele Jahre die Arbeitsplätze in unserem Unternehmen gesichert“, freut sich Helbig.

Von Jörg Steinbach

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