Kasseler Nahverkehrsunternehmen muss Kosten senken

KVG: Mehr Fahrgäste, aber steigender Verlust

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) ist eines der erfolgreichsten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Im Jahr 2011 fuhren laut aktuell vorgelegtem Geschäftsbericht fast 43 Millionen Fahrgäste mit den blauen Bussen und Straßenbahnen – so viel wie nie zuvor.

Im ablaufenden Jahr wird eine weitere Steigerung der Fahrgastzahl erwartet. Trotzdem wird sich das Defizit der KVG erhöhen. Mit einem Fahrgast-Zuwachs von zwei Prozent hat die KVG den Durchschnitt der deutschen Nahverkehrs-Branche von 0,7 Prozent weit übertroffen. Der Verlust der KVG blieb im Jahr 2011 mit 14,4 Millionen Euro nahe am Vorjahresergebnis (14,3 Mio. Euro).

Das werde sich aber in Zukunft ändern, erklärt Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig. Der Grund: Für die Anschaffung von Fahrzeugen gibt es seit dem Jahr 2004 keine Zuschüsse mehr vom Land Hessen. Den jüngsten Kauf von 22 neuen Straßenbahnen im Wert von rund 55 Millionen Euro muss die KVG komplett selbst bezahlen. Dazu kommen ab 2014 steigende Personalkosten von 2,3 Millionen Euro jährlich durch Tariferhöhungen.

Zwar wird auch im zu Ende gehenden Jahr 2012 mit weiter steigenden Fahrgastzahlen gerechnet. Dem Andrang insbesondere in der Tramlinie 1 rund um den Uni-Campus will die KVG künftig mit jeweils zwei zusammengekoppelten Trams Herr werden, die auf der Linie 1 zwischen Bad Wilhelmshöhe und Vellmar fahren.

Doch trotz wachsender Einnahmen aus den Ticketverkäufen muss das Nahverkehrsunternehmen künftig die Kosten senken. Vor allem bei den Buslinien sollen künftig mit einem neuen Netzplan Kosten reduziert werden. Das bedeutet: Es werden Buslinien entfallen. Ende 2014 soll das neue KVG-Netz der Zukunft fertig geplant und dann in die Tat umgesetzt werden.

Von Jörg Steinbach

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