Trotz mehr Einnahmen liegt Defizit 2012 bei 15,1 Mio. Euro

KVG: Mehr Fahrgäste und steigender Verlust

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) bleibt weiter eines der erfolgreichsten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Im Jahr 2012 fuhren laut aktuell vorgelegtem Geschäftsbericht fast 43,5 Millionen Fahrgäste mit den blauen Bussen und Straßenbahnen – so viel wie nie zuvor.

Mit dem Zuwachs von 650 000 Fahrgästen oder 1,5 Prozent im Vergleich zu 2011 hat die KVG den Durchschnitt der deutschen Nahverkehrsbranche (0,9 Prozent) erneut übertroffen. Auf den Strecken des KVG-Beteiligungsunternehmens Regionalbahn Kassel (RBK) nach Baunatal und im Lossetal waren zusätzlich etwa 2,2 Millionen Passagiere unterwegs.

Aber auch ein weiterer Rekord bei den Fahrgeldeinnahmen von etwa 30,3 Millionen Euro in 2012 hat nicht verhindert, dass sich das Jahresdefizit der KVG auf 15,1 Millionen Euro erhöht hat (2011: 14,4 Mio.) „Ein Grund zur Freude ist das nicht“, erklärte Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig bei der Vorlage der Bilanz. Doch man habe bereits 2011 darauf hingewiesen, dass der Zuschussbedarf für den Nahverkehr steigen werde.

Ein Grund dafür: Für die Anschaffung der 22 neuen Straßenbahnen gab es keine Zuschüsse mehr vom Land Hessen. Den Kauf im Wert von rund 55 Millionen Euro muss die KVG komplett selbst bezahlen, dafür Kredite aufnehmen und künftig Abtrag und Zinsen berappen. Dazu kommen ab 2014 steigende Personalkosten von 2,3 Millionen Euro jährlich durch Tariferhöhungen.

Trotz der Erfolge bei Fahrgästen und Einnahmen muss die KVG deshalb künftig sparen. Vor allem bei den Buslinien sollen ab Ende 2014 mit einem neuen Netzplan Kosten reduziert werden. Das bedeutet: Es werden Buslinien und Haltestellen entfallen. „Wir drehen an allen Schrauben“, beschreibt Helbig die Bemühungen, das Defizit klein zu halten. 

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