KVG: Ohne Rabatt drohen teurere Fahrkarten

+
Eine Tram der KVG in Kassel.

Kassel/Berlin. In der Debatte um ein Paket von Bundesumweltminister Peter Altmaier, das die Strompreise zügeln soll, schlagen Verkehrsbetriebe Alarm: Sie bekommen für den Strom, der Tram und U-Bahn antreibt, eine Befreiung von der EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördert.

Wenn die Befreiung wegfällt, fürchtet die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) Mehrkosten von etwa 700.000 Euro pro Jahr, sagte KVG-Vorstand Thorsten Ebert. Dies seien immerhin fünf Prozent des jährlichen KVG-Defizits von 14 Millionen Euro, das die Stadt Kassel ausgleiche.

Ohne EEG-Rabatt müsse die KVG ihr Angebot kürzen oder die Fahrpreise erhöhen. Die Preissteigerung der letzten Jahre von zwei Prozent im Schnitt werde sich so mehr als verdoppeln, warnte Ebert.

Was ein Rabattstopp bei Verkehrsbetrieben am Strompreis bringe, sei grade für Familien weniger, als die dann für teurere Tickets drauflegten. Ebert: „Das ist absurd - gerade auch mit Blick auf den Klimaschutz.“

Ähnlich äußerten sich Verkehrsbetriebe in München und Hannover. Unterdessen warnt die SPD vor zu starker Belastung der Industrie. „Wir müssen sicherstellen, dass Energie-intensiven Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, nicht aus Deutschland verschwinden“, sagte Vize-SPD-Chef Olaf Scholz. Die SPD will zwar die Zahl der begünstigten Unternehmen deutlich verringern, aber Energie-intensive Betriebe nicht stärker belasten.

Altmaier will der Industrie Rabatte von mindestens 500 Mio. Euro streichen. Das soll helfen, die EEG-Umlage von 5,277 Cent pro Kilowattstunde einzufrieren, die jeder Haushaltskunde per Stromrechnung zahlt. (wrk/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.