Weitere Preiserhöhungen

KVG fährt auf Rekordkurs: Mehr Fahrgäste, aber steigender Verlust

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft fährt auf Rekordkurs. 2013 hat die KVG 44,8 Millionen Fahrgäste transportiert – so viel wie nie zuvor. Das gilt leider auch für das Defizit: 16,8 Millionen Euro waren es im Vorjahr. Die KVG muss deshalb auf die Kostenbremse treten.

Ein neues Busliniennetz ist in Planung, das ab 2016 gleichzeitig Kosten verringern und zusätzliche Fahrgäste gewinnen soll. Entlassungen werde es nicht geben, sagt Vorstandschef Andreas Helbig. Er kündigt aber weitere Preiserhöhungen an.

Aktualisiert um 13.20 Uhr

Im Vorjahr hatte vor allem der Hessentag in Kassel der KVG 1,3 Millionen mehr Fahrgäste beschert als 2012 (43,5 Millionen). Die Zahl der Fahrgäste der Regionalbahn Kassel, an der die KVG zur Hälfte beteiligt ist, auf der Tramstrecke im Lossetal entspricht mit 2,2 Millionen im Vorjahr der Zahl im Jahr 2012.

Mehr Fahrgäste bescherten dem Nahverkehrsunternehmen auch einen Rekordwert bei den Ticketeinnahmen. 45,5 Millionen Euro und damit rund zwei Millionen Euro mehr als 2012 kamen in die Kasse. Allerdings musste die KVG davon mehr als 15 Millionen Euro an den Nordhessischen Verkehrs-Verbund (NVV) abgeben. Dass das Defizit in 2013 noch 1,7 Millionen Euro über der roten Zahl in 2012 (15,1 Mio.) liegt, hat damit zu tun, dass die KVG keine Zuschüsse mehr vom Land für neue Fahrzeuge bekommt.

55 Millionen Euro für 22 neue Straßenbahnen muss das Nahverkehrsunternehmen ebenso allein stemmen wie weitere 15 Millionen Euro, um 15 ältere Niederflur-Bahnen wieder in der eigenen Werkstatt aufzumöbeln. Das ist kostengünstiger als eine Neuanschaffung, die für 15 Trams 45 Millionen Euro gekostet hätte. In diesem Jahr wird wegen steigender Kosten für Strom und Diesel sowie der besseren Bezahlung vor allem der Busfahrer mit einem ähnlich hohen Defizit wie im Jahr 2013 gerechnet.

Von Jörg Steinbach

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