Immer wieder Hinweise

Wo ist Diva? Paar aus Kassel sucht seit Dezember nach seiner Labrador-Hündin

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Geben nicht auf: Silke und Matthias Styber sind täglich auf der Suche nach ihrem Hund.

Kassel. Seit Dezember suchen Silke und Matthias ihre Labrador-Hündin Diva. Auch nach mehr als drei Monaten geben sie nicht auf.

„Diva lebt und Diva hält sich in Kassel auf.“ Silke Styber sagt das mit leiser aber fester Stimme. Ihr Mann Matthias nickt. Er wischt sich Tränen aus den Augen. Das Ehepaar gibt die Hoffnung nicht auf. Von ihrem Entschluss, so lange nach ihrem geliebten Tier, einer jungen Labrador-Hündin, zu suchen, bis sie sie gefunden haben, sind sie durch nichts und niemanden abzubringen.

Immer wieder bekämen sie Hinweise, dass ihr Hund im Stadtgebiet gesichtet worden sei – als häufiger Aufenthaltsort habe sich die Nordstadt und speziell der Bereich Westring und Quellhofstraße herauskristallisiert. Und immer wieder nähmen die Spürnasen einer Hundestaffel dort eine frische Witterung ihres Hundes auf.

Vier Monate sind vergangen, seit dem Ehepaar aus Oberurff bei Bad Zwesten ihre Diva in Kassel abhandengekommen ist. „Es war am 28. Dezember, um 13.15 Uhr“, sagt Matthias Styber. Er hat es schon so oft erzählt. Er habe etwas in der Stadt erledigt, Diva wartete im Auto. Bevor es wieder nach Hause gehen sollte, ließ er den jungen Hund noch einmal Pipi machen: auf einem Rasenstück an der Treppenstraße, gegenüber Mc Donald’s. „Ich ließ sie kurz von der Leine, damit sie sich besser drehen und bewegen kann“, erzählt Styber.

Geben nicht auf: Silke und Matthias Styber sind täglich auf der Suche nach ihrem Hund. Foto: Hein

In dem Moment habe ein Unbekannter einen Silvester-Böller gezündet und ihn direkt auf den Hund geworfen. Das geschockte Tier rannte wie ein geölter Blitz davon in Richtung Scheidemannplatz.

Sofort begannen die Stybers mit der Suche. Stunden lang, Tage und Wochen lang. Aber ihr Rufen war vergeblich. Diva war nirgendwo zu sehen. „Es wird ja schon vor und nach Silvester so viel geknallt, der Hund war völlig verstört und muss sich verkrochen haben“, vermutet Matthias Styber. Später erzählte ihnen jemand, am 29. Dezember sei ihm im Bereich Scheidemannplatz/ Kölnische Straße ein weißer Labrador mit hellbraunen Ohren in den geöffneten Kofferraum gesprungen. Er habe ihn wieder rausbugsiert, weil er dachte, der gepflegte Hund gehöre jemandem in der Nähe. „Das muss Diva gewesen sein“, sagt Silke Styber.

Eine Suchaktion ohnegleichen bringen die Stybers ins Rollen. Jeden Tag ist das Paar oder einer von beiden vor Ort. Unzählige Spurensuchen mit der renommierten Münsterländer Hundestaffel haben sie losgeschickt, sie haben Tausende von Plakaten aufgehängt und Flyer verteilt und sind schließlich hoffnungsvoll Hunderten Hinweisen nachgegangen. Tausende Euro habe sie das bislang schon gekostet. Zuhause sind die Stybers nicht allein, da gibt es noch die 14 Jahre alte Hündin Liddy, einen Pudel-Terrier-Mix.

Diva, die im März ein Jahr alt war, und deren Vater ein Therapiehund war, ging in die Hundeschule und sollte dafür ausgebildet werden, Matthias (52), der nach einem Verkehrsunfall gehbehindert und Frührentner ist, bei kleinen Handgriffen zu helfen.

Silke (47) leitet ein Altenheim. Häufig habe sie Diva mit an die Arbeit genommen. „Sie glauben gar nicht, wie oft mich die alten Leute nach dem Hund fragen, wie sehr sie ihn vermissen.“

Nichts lassen die Stybers unversucht. „Die ersten Nächte haben wir unser Auto mit geöffneter Tür an der Kölnischen Straße abgestellt, weil wir dachten, Diva nimmt unsere Witterung auf, sagt Silke Styber. Ihre Suchmethoden werden immer ausgefeilter und der Kreis der Menschen, die mitsuchen und sie unterstützen, immer größer. „Inzwischen kennt uns in Kassel jeder Polizist, jeder Stadtreiniger, jeder Wohnungslose, weil wir jeden schon nach Diva gefragt haben“, so Matthias.

Gleich zu Beginn haben die Stybers Duftproben wie Haare und Spielsachen von Diva gesichert und in Beuteln eingefroren, damit sie immer frisches Material für die Suchhunde, die sie regelmäßig einsetzen, parat haben. Eine neue Freundin hat eine Facebook-Seite eingerichtet „Wo ist Diva? Bitte helft uns, sie zu finden“.

Das Problem sei, dass sich Diva wahrscheinlich längst im Wildtiermodus befinde, vermutet Silke: „Sie hat inzwischen gelernt, sich als Straßenhund durchzuschlagen.“

Die Kraft weiterzumachen, bis Diva gefunden ist, gebe ihnen jetzt die Unterstützung und große Anteilnahme, die sie von vielen Seiten erführen.

Hinweise: Wer Diva sieht, soll sich bitte sofort bei ihren Besitzern melden. Die Handynummer: 0160/97227448

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