Studentinnen haben Initiative gegründet

15 Zapfstationen im Kasseler Stadtgebiet: Läden bieten kostenlos Wasser an

Auch mit dabei: Sophie Roscher (von links) und Kira Kimm vom Label Soki. Sie haben einen Wasserspender auf ihre Theke gestellt, an dem man sich Wasser zapfen kann. Initiatorin Mona Schelle füllt dort ihre Flasche auf.

Kassel. Blaue Aufkleber sorgen an Schaufenstern und Türen von Kasseler Geschäften für Aufmerksamkeit. Sie sind Teil der Initiative Refill, die ermöglicht, Trinklaschen mit Leitungswasser aufzufüllen.

Sich kostenlos Wasser aus der Leitung in mitgebrachte Behältnisse zu zapfen, ist in Amerika selbstverständlich. Das Umweltschutz-Projekt Refill (deutsch: wieder auffüllen) setzt sich jetzt auch in Deutschland dafür ein, Plastikmüll zu vermeiden. Seit einigen Tagen gibt es die Initiative, gegründet von zwei Studentinnen, auch in Kassel. An 15 Stationen im Stadtgebiet kann man sich bereits Wasser aus der Leitung abfüllen.

Durch ein Uni-Projekt sind Mona Schelle (24) und Dorothee Stahl (25) auf Refill aufmerksam geworden. Beide studieren im Masterstudiengang Nachhaltiges Wirtschaften an der Uni Kassel. „Als wir Refill entdeckt haben, haben wir gedacht, das brauchen wir hier in Kassel auch.“

Kaum jemand mache sich Gedanken über Müllvermeidung, wenn er unterwegs mal schnell eine Mineralwasserflasche aus Plastik kaufe, sagt Schelle. Dabei sei gerade die Entsorgung von Plastik ein großes Umweltproblem.

„Die Wenigsten gehen in ein Geschäft und fragen, ob sie sich Wasser in eine mitgebrachte Plastikflasche füllen können“, sagt Schelle. Obwohl das wahrscheinlich von niemandem abgelehnt würde.

Um das Wasserzapfen selbstverständlicher zu machen, gibt es die Refill-Zapfstationen. An diesen Stationen kann sich jeder Leitungswasser in mitgebrachte Gefäße zapfen. Das können beispielsweise Plastik-, Glas- oder Metallflaschen sein. In Kassel machen bereits seit dem Start der Aktion vor zwei Wochen 15 Stationen mit. Jeder Standort ist mit einem blauen Aufkleber mit einem Wassertropfen gekennzeichnet.

Gekennzeichnet: Ein Aufkleber mit einem blauen Wassertropfen markiert die Zapfstationen im Stadtgebiet. Foto: Schröder

Voraussetzung für eine Refill-Station sind feste Öffnungszeiten. Mitmachen können deshalb beispielsweise Apotheken, Läden, Restaurants oder Bars, aber keine Privatleute.

„Wir haben in den letzten Tagen einige Cafés und Läden angeschrieben“, erzählt Mona Schelle. Die Resonanz sei gut. Kosten entstehen den beiden Studentinnen, die die Initiative ehrenamtlich betreiben, nicht. Lediglich der Druck der Aufkleber muss finanziert werden. Im Fall von Refill Kassel werden die Sticker durch ein Uni-Projekt finanziert.

„Natürlich ist das Projekt, gerade in der Anfangsphase sehr zeitaufwendig“, sagt Mona Schnelle. Aber das ist den beiden Initiatorinnen der Aufwand wert. Es mache ja auch Spaß zu sehen, dass Refill gut angenommen werde.

Wo überall in Kassel und in ganz Deutschland es Refill-Stationen gibt, ist auf einer Karte auf der Homepage zu sehen. Beispielsweise am Kurbad Jungborn, bei Soki auf der Friedrich-Ebert-Straße und im Krisenkonter-Kiosk an der Uni. Refill-Kassel ist auch bei Facebook aktiv und informiert über Standorte und Aktionen.

Weitere Infos: refill-deutschland.de oder bei Facebook.

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