Lärmschutz bei Hessentags-Konzerten

Lärmschutz: Bei Konzerten werden Lautstärke-Grenzwerte kontrolliert

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Auestadion als Schall-Zentrale: Fast genau zehn Jahre liegt das Konzert von Herbert Grönemeyer zurück, zu dem 28 500 Fans ins Kasseler Stadion gekommen waren. Noch etwas mehr Publikum wird für die großen Konzerte zum Hessentag erwartet.

Kassel. Acht große Freiluftkonzerte im Auestadion, zehn Tage Bühnenprogramm in der Innenstadt – den Hessentag werden viele Kasseler rund um die Veranstaltungsstätten deutlich zu hören bekommen. Die Organisatoren haben jedoch ein Ohr darauf, dass die Geräuschkulisse im gesetzlich definierten Rahmen bleibt.

„Wir lassen die Sache nicht einfach laufen“, sagt Frank Siebold. Es werde ständige akustische Messungen geben und protokolliert, ob Lärm-Grenzwerte eingehalten werden.

Als Architekt und Meister für Veranstaltungstechnik ist der Hessisch Lichtenauer Siebold seit 2006 mit der Einrichtung der Großspielstätten für die Hessentage befasst. Mit der entsprechenden Umbauplanung fürs Auestadion sei auch ein Schallkonzept entwickelt worden, sagt Siebold und nennt als Kernpunkte:

• Der Bühnenschall werde von der Stadtbebauung weg in Richtung Autobahn gelenkt,

• Umbauten an den Tribünen seien mit Blick auf schalldämmende Effekte ausgelegt, und

• jede der acht Bands werde mit der bereit gestellten und optimal ausgesteuerten Musikanlage arbeiten – so könne man negativen Akustik-Überraschungen vorbeugen.

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Bei allen großen Bühnenveranstaltungen werde eine Fachfirma im angrenzenden Wohnumfeld Lärmmessungen vornehmen. Sollten Grenzwerte überschritten werden, werde dies an die Toningenieure gemeldet. Beschwerden von Anwohnern würden aber keinesfalls zum Abbruch von Konzerten führen, macht Siebold klar. Es herrsche oft die Meinung vor, ab gewisser Spätabendstunden sei überhaupt kein Festlärm mehr erlaubt – das stimme aber nicht.

Für den Bereich ums Auestadion sind die Hessentagsplaner optimistisch, dass die Anwohner Verständnis zeigen. Bei einer Versammlung mit 90 Besuchern im April, so Hessentagsbeauftragter Manfred Merz, seien fast keine Befürchtungen in puncto Lärm geäußert worden: „Es ging vor allem um Fragen, wo Anwohner parken können und wie sie ihre Grundstücke erreichen.“ Dass es zehn Tage lang lauter werden wird als sonst, sei bei dem Treffen allgemein klar gewesen. Merz: „Die Allermeisten scheinen sich aufs Mitfeiern zu freuen.“

Entlang der Hessentagsstraße in der Innenstadt sind Bühnenprogramme bis um 23 Uhr geplant. „Dort können wir leichter eingreifen, wenn sich jemand gestört fühlt“, sagt Veranstaltungstechnik-Fachmann Siebold. Damit rechnet Hessentagsbeauftragte Stefanie Herzog jedoch nicht: „Wenn Stadtfest ist, wird in der City abends länger gefeiert.“

Bisher sieben Hessentage hat Frank Siebold planerisch begleitet, seine Erfahrungen in Sachen Lärm-Beschwerden seien „eigentlich positiv“, sagt er. Zuweilen gebe es vorab Aufregung, die sich aber meist lege, sobald die Bewohner der Ausrichterstadt von der Hessenfest-Stimmung erfasst würden.

Klar sei aber auch: „Es wird immer einzelne geben, die sich gestört fühlen.“ Siebold ist ein Fall aus Oberursel in Erinnerung geblieben: „Dort hat sich jemand beschwert, dessen Haus stand fünf Kilometer von der Bühne entfernt.“

Von Axel Schwarz

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