Markus Mahlers Softwarefirma s.a.d. betreut eine nationale Kampagne des Handwerks

Er lässt das Neandertal tanzen

Steinzeit trifft Gegenwart: Für das Handwerk werben derzeit Neandertaler im Internet. Markus Mahlers Firma s.a.d. hat das umgesetzt. Foto: Ludwig

Kassel. Gemessen am Onlinezeitalter waren es steinzeitliche Verhältnisse: Vor 13 Jahren startete Markus Mahler mit seiner Softwarefirma s.a.d. GmbH in einem kleinen Raum – nicht größer als eine Küche. Inzwischen residiert das Kasseler Unternehmen auf 300 Quadratmetern im Technologiepark Marbachshöhe. Vergangene Woche ging es wieder zurück in die Steinzeit. Für das deutsche Handwerk setzte Mahler eine nationale Imagekampagne im Internet um, die mit Neandertalern für die Branche wirbt.

Über den PC-Monitor tanzt ein Mann – nur mit einem Lendenschurz bekleidet. Die Botschaft der Handwerkskammern ist klar: Ohne Maurer, Schneider und Metzger würde die Menschheit noch heute nackt und hungrig in Höhlen hocken. Ebenso klar ist die Botschaft des 42-jährigen Firmengründers von s.a.d.: „Der Internetauftritt ist die erste Visitenkarte eines Unternehmens.“

Bislang größter Auftrag

Für die Softwareentwickler, die sich vor allem auf Online-Shops spezialisiert haben, ist der steinzeitliche Internet-Coup des Handwerks ein Schritt in die Zukunft. Es ist der „anspruchsvollste Job“, den die neun Mitarbeiter bislang gestemmt haben. Über das Auftragsvolumen spricht Mahler nicht. Für das Projekt arbeitete s.a.d. mit der renommieren Werbeagentur Scholz & Friends (Berlin/ Hamburg) zusammen, die für den kreativen Teil verantwortlich war.

Als Mahler mit einem Studienkollegen 1997 im Einraum-Büro im Technologie- und Gründerzentrum startete, waren bundesweite Projekte für den Elektrotechniker noch außer Reichweite. Neben Software für den Bereich E-Commerce, sprich den Handel im Internet, ist die Verkehrstelematik von Anfang an ein zweites Standbein gewesen. Die Technologie für die Verkehrssteuerung gehört bis heute zum Portfolio der Firma.

Relativ breit aufgestellt ist der Kundenstamm des Softwarehauses: Bauwirtschaft, Verbände, Personaldienstleister, Laser- und Medizintechnik. Mahler beobachtet über alle Branchen hinweg einen Trend, das Internet noch stärker für die Kundenbindung zu nutzen. „Bald wird fast jedes Unternehmen Kundenbereiche im Netz einrichten. Man will weg von der Abhängigkeit vom Telefon.“

Für die Software-Entwickler sieht der Geschäftsführer noch viele Potenziale: Selbst konservative Industriebetriebe öffneten sich immer weiter der Online-Welt: „Heute weiß jeder: Wenn du in Google nicht gefunden wirst, gibt es dich nicht.“ Für seine Branche entstehe aus den Rankings der Suchmaschinen ein großes Geschäftsfeld: „Jeder will oben stehen.“

„Heute weiß jeder: Wenn du in Google nicht gefunden wirst, gibt es dich nicht.“

Markus Mahler

Für die Zukunft seines Unternehmens rechnet Mahler nicht mit einem Rückfall in die Steinzeit. „Wir werden langsam wachsen. Das große Zittern in der Wirtschaft ist vorbei, das sehe ich an den Anfragen“, sagt der Geschäftsführer. Im Jahr 2009 machte das Unternehmen einen Umsatz von 450 000 Euro.

Von Bastian Ludwig

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