Interview mit Dr. Andreas Opitz über die HNA-Blutspendeaktion Ende Juli

Ein kleiner Pikser für eine gute Sache: Dem Aufruf zur HNA-Blutspendeaktion im Regierungspräsidium (hier der umfunktionierte große Sitzungssaal) folgten im vergangenen Jahr 3406 Menschen. Archivfoto:  Koch

Kassel. Die große HNA-Blutspendeaktion rückt näher: An vier Tagen, 30. Juli bis 2. August, kann im Regierungspräsidium wieder gespendet werden. Die Aktion findet zum 13. Mal im Sommer statt, weil in diesen Wochen die Blutkonserven knapp sind.

Wir sprachen darüber mit dem stellvertretenden Leiter des DRK-Blutspendedienstes in Kassel, Dr. Andreas Opitz.

Haben Sie derzeit noch genug Blutkonserven in Ihrem Institut?

Dr. Andreas Opitz: Zurzeit haben wir noch keine gravierenden Engpässe. Das kann sich in den Ferien und bei anhaltend warmem Sommerwetter aber schnell ändern. Die Blutspendebereitschaft ist abhängig vom Wetter und vom veränderten Freizeitverhalten. Die Schwankungen sind zum Teil sehr groß, und seltene Blutgruppen wie 0 negativ sind immer sehr knapp.

Die Versorgungslage kann gerade während der Reisezeit kritisch werden, wenn durch schwere Unfälle eine große Anzahl von Blutpräparaten in den Kliniken benötigt wird. Die Reserven schrumpfen in dieser Zeit meist erheblich, sodass wir auf die Spendenbereitschaft angewiesen sind.

Was versprechen Sie sich von der HNA-Blutspendeaktion?

Opitz: Die Aktion ist ein Ereignis, das die Blutspende in das Bewusstsein der Bürger rückt. Viele kommen einmal im Jahr zur HNA-Aktion im Regierungspräsidium, um Blut zu spenden. Darunter sind auch überdurchschnittlich viele Erstspender, die dem Aufruf folgen und dann auch übers Jahr regelmäßig zur Blutspende kommen. Deshalb ist dieser Termin auch sehr wichtig.

Wer darf Blut spenden?

Opitz: Jeder Gesunde zwischen 18 und 70 Jahren, Erstspender jedoch nur bis 65 Jahre. Es gibt einige gesetzlich vorgeschriebene Ausschlusskriterien, um die Sicherheit der Blutprodukte zu gewährleisten. Aus diesem Grund müssen Menschen, die ein gewisses - auch sexuelles - Risikoverhalten haben, zurückgestellt werden.

Wie oft darf man spenden?

Opitz: Männer dürfen in der Regel sechsmal, Frauen viermal im Jahr spenden. Zwischen zwei Blutspenden sollten mindestens 56 Tage Abstand liegen.

Jeder Blutspender tut Gutes. Was hat er darüber hinaus von der Spende?

Opitz: Einer der Vorteile ist ein Gesundheitscheck. Denn wer Blut spenden möchte, wird zuvor ärztlich untersucht, beispielsweise werden der Blutdruck, die Herzfrequenz und der Hämoglobin-Wert ermittelt. Bei Erstspendern wird auch die Blutgruppe bestimmt. Darüber hinaus werden bei jeder Blutspende Laboruntersuchungen gemacht. So können wir auch frühzeitig eventuelle Infektionskrankheiten oder eine Bluterkrankung erkennen.

Wozu wird das Spenderblut gebraucht?

Opitz: Der Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen versorgt in Hessen 143 Kliniken. Diese brauchen wöchentlich rund 5500 Blutkonserven. Für 41 Krankenhäuser in Nordhessen werden in der Woche 1500 Blutkonserven gebraucht. Davon wird ein großer Teil für die Krebstherapie verwendet. Außerdem werden Blutpräparate für große Operationen zum Beispiel bei Herzerkrankungen benötigt. Eine wichtige Patientengruppe sind Unfallopfer, die teils mit großen Mengen versorgt werden müssen. ZUR PERSON, HINTERGRUND

Von Martina Heise-Thonicke

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