Drastischer Anstieg der Kasseler Infektionszahlen kam überraschend

Neuer Corona-Hotspot: Lage in Kassel spitzte sich am Nachmittag zu

Kassel Innenstadt
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Kassel gilt nach stark gestiegenen Corona-Zahlen als neuer Hotspot.

Überraschend ist Kassel am Mittwoch zum Corona-Hotspot geworden - weil die Infiziertenzahl enorm gestiegen ist. Wir erklären, wie es dazu kam.

Kassel – Bis zum späten Mittwochnachmittag ist für die Stadt Kassel ein Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz, also der Neuinfektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner, auf 37,2 vermeldet worden. Damit hat Kassel zwar die nächste (dritte) Warnstufe im Eskalationskonzept des Landes Hessen ab einem Wert von 35 überschritten. Das aber war nach den hohen Infektionszahlen an den vorausgegangen Tagen zu befürchten gewesen.

Die gegen Mittag von der Stadt beziehungsweise dem Gesundheitsamt Region Kassel veröffentlichte tägliche Übersicht der Infektionszahlen, die auch noch am Abend auf der Internetseite zu finden war, lautete denn auch: Die Zahl der aktuell Infizierten in Kassel steigt um 13 auf 78, die in der Region insgesamt um 21 auf 120. Nicht gut, aber auch nicht wirklich besorgniserregend.

Eine Sieben-Tage-Inzidenz für Kassel von 37,2 haben am Mittwochabend auch noch das Hessische Sozialministerium und das Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) vermeldet. Zu dieser Zeit hatte die Stadt bereits eine Meldung herausgegeben, dass sich die Lage dramatisch zugespitzt hat. Danach liegt nun die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz unter Berücksichtigung des Ausbruchsgeschehens in der Erstaufnahme Niederzwehren bei einem Wert von 94,2.

Mit diesem Wert überschreitet Kassel nicht nur den nächsten Schwellenwert von mehr als 50, von dem an eine Region als Risikogebiet beziehungsweise als Hotspot eingestuft wird. Mit 94,2 überschreitet Kassel auch den übernächsten Schwellenwert ab 75. Der besagt unter anderem, das von nun an der Stab des Sozialministeriums das Heft in die Hand nimmt.

Mit einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von über 90 reiht Kassel sich bundesweit in die Spitzengruppe der Städte mit den meisten Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100 000 Einwohner ein. Zum Vergleich: Das RKI-Dashboard vermeldet am Mittwoch einen Inzidenzwert von 52,1 für München, von 69,7 für Stuttgart, von 71,0 für Frankfurt, von 70,4 für Köln, von 115,1 für den Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie von 161,6 für Berlin-Neukölln und von 112,5 für Berlin-Mitte.

Das einzig Positive für Kassel ist, dass der plötzliche und drastische Anstieg auf einen einzelnen Vorfall, die Infektionen in der Erstaufnahme Niederzwehren, zurückzuführen ist. Ohne diese Fälle liegt die Stadt Kassel bei einer Inzidenz von 42,1. (Andreas Hermann)

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