Sollen Autofahrer zahlen?

Land berät Verkehrssituation im Bergpark: Parkgebühren könnten kommen

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Absehbare Blechlawinen: Wenn ab 1. Mai die Wasserspiele wieder laufen, wird es für Autos eng rund um den Bergpark. Unser Bild entstand im vergangenen Sommer am Abzweig von der Ehlener Straße zum Herkulesplateau.

Kassel. Bleibt das Parken am Herkules und am Bergpark-Parkplatz Ochsenallee kostenlos, oder müssen Autofahrer dort bald Gebühren zahlen? Diese Frage wird möglicherweise noch vor Beginn der Wasserspielsaison am 1. Mai entschieden.

Bei der Hessischen Landesregierung, Hausherrin im Bergparkgebiet, befasst man sich derzeit mit der Frage, wie die angespannte Verkehrssituation an der neuen Welterbestätte in Kassel verbessert werden kann.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, die für alle Seiten befriedigend ist“, hieß es am Dienstag auf HNA-Anfrage beim zuständigen Ministerum für Wissenschaft und Kunst. Pressesprecher Mark Kohlbecher sagte, dass dabei auch die Parkgebührenfrage behandelt werde. Es gebe derzeit noch Abstimmungsbedarf, in Kürze aber wolle das Ministerium Neues zur Steuerung der Besucherströme am Bergpark mitteilen.

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Dabei sind widerstreitende Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Besucher wollen möglichst bequem zu den Welterbe-Attraktionen gelangen, die Bergpark-Pfleger des Landes wollen keine weiteren Stellplätze für Autos und Busse nah am Parkgebiet. Stadt Kassel und ihre Verkehrsgesellschaft KVG wollen, dass das Land grünes Licht für Parkscheinautomaten gibt – mit den Einnahmen könnten Buslinien für Bergparkbesucher finanziert werden. Die Einwohner von Kassel und Umgebung wiederum wollen fürs Parken rund um Herkules und Schloss Wilhelmshöhe wie gewohnt möglichst nichts bezahlen.

Ausführliche Informationen und viele Bilder zum Bergpark finden Sie hier in unserem Regiowiki.

Vor zwei Jahren, im Bewerbungsprozess auf dem Weg zum Welterbe in Kassel, hatten sich die Mitglieder eines hochrangigen Beratergremiums ziemlich verwundert darüber gezeigt, dass das Parken am Bergpark bislang nichts kostet. An vergleichbaren Kulturdenkmälern sei dies völlig selbstverständlich, befanden die Experten und sprachen sich einstimmig für die Einführung von Parkgebühren aus. Diese könnten auch zum finanziellen Unterhalt des Welterbe-Standorts beitragen, hieß es damals.

Falls dieser Gedanke nun weiterverfolgt wird, wäre die Frage, ob die Parkplätze dauerhaft kostenpflichtig würden oder nur an den besucherstarken Tagen der Wasserkünste (mittwochs, sonn- und feiertags von Mai bis Oktober) oder darüber hinaus an allen Wochenenden rund ums Jahr. Für Wanderer und Spaziergänger aus der Region gibt es nach Aussage von Hessen-Forst ausreichend kostenlose Alternativen zum Abstellen von Autos.

Von Axel Schwarz

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