Könnte Grundstück Wilhelmshöher Allee 2-4 Standort sein?

Documenta-Institut: Landesregierung kann sich Grundstückstausch vorstellen

Möglicher Standort des documenta-Instituts? Das Grundstück Wilhelmshöher Allee 2-4 neben der Torwache (rechts) gehört dem Land Hessen.
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Möglicher Standort des documenta-Instituts? Das Grundstück Wilhelmshöher Allee 2-4 neben der Torwache (rechts) gehört dem Land Hessen.

Auch ein halbes Jahr nach dem Aus für das documenta-Institut auf dem Karlsplatz sucht die Stadt Kassel noch einen Standort. Nun könnten sich neue Möglichkeiten bieten.

Kassel – Auch ein halbes Jahr nach dem Aus für das documenta-Institut auf dem Karlsplatz hat Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) seinen seinerzeit angekündigten Plan B noch nicht vorgestellt. Dafür bringt nun die schwarz-grüne Landesregierung Bewegung in die Debatte. In einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Kasseler Grünen erklären Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) und Finanzminister Michael Boddenberg (CDU), dass sie grundsätzlich bereit seien, über Grundstücke in Landesbesitz als mögliche Standorte und einen Tausch zu verhandeln.

In einem Schreiben im November hatten die Kasseler Grünen das Grundstück Wilhelmshöher Allee 2-4 als Standort für den prestigeträchtigen Bau ins Gespräch gebracht. Das unbebaute Grundstück neben der Torwache war schon zuvor einer von 17 untersuchten Standorten, gehört aber dem Land. Befürworter verweisen auf die innenstadtnahe Lage. Auch für Dorn und Boddenberg kommt es „als eines der zu prüfenden Grundstücke infrage“, wie sie in dem Brief schreiben, der der HNA vorliegt.

Für den Kasseler Grünen-Fraktionschef Boris Mijatovic sind das „gute Nachrichten“ – und zwar nicht nur wegen des von seiner Partei vorgeschlagenen Standorts. Denn: „Die am besten bewerteten Standorte aus den 17 untersuchten Möglichkeiten der Standortuntersuchung sind überwiegend im Eigentum des Landes.“

Bislang liegt in Wiesbaden keine entsprechende Anfrage des Kasseler Oberbürgermeisters vor, heißt es im Brief der beiden Minister. Die Frage, ob das Grundstück Wilhelmshöher Allee 2-4 als Standort geeignet sei, ließ Rathauschef Geselle gestern unbeantwortet. Dafür teilte er der HNA mit: „Der Magistrat vertritt die Stadt Kassel als Gesellschafter der documenta gGmbH und keine Fraktion. Die Standortfrage dieses bedeutenden Projektes sollte nicht Gegenstand des Kommunalwahlkampfes sein.“

Documenta-Geschäftsführerin Sabine Schormann wollte sich nicht äußern und verwies auf Geselles Statement. Dafür gibt es Reaktionen aus der Politik. CDU-Fraktionschef Michael von Rüden wollte den Brief nicht kommentieren, weil er den Wortlaut nicht kannte, sagte aber: „Es wäre endlich Zeit, dass der Oberbürgermeister seinen Plan B vorlegt. Aber da tut sich nichts.“ Das „dilettantische Vorgehen“ von Geselle und Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) habe dazu geführt, dass man Jahre hinter dem Zeitplan liege: „Leidtragende ist die Stadt, denn sie ist verpflichtet, die Mehrkosten zu tragen.“

Dagegen kritisierte die SPD den Brief aus Wiesbaden als „grün-schwarze Wahlkampfhilfe“. In einer Pressemitteilung fragen sich der Kasseler Fraktionschef Patrick Hartmann und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Decker, warum „solche Gedankenspiele nicht gemeinsam mit der documenta gGmbH abgestimmt und im Aufsichtsrat kommuniziert werden“.

Wie Geselle sind auch sie der Meinung, dass das Projekt nicht Thema im Wahlkampf sein solle. Und sie versprechen: „Wer unseren Oberbürgermeister kennt, weiß, dass sein Wort gilt und er natürlich einen Plan für eine durchführbare Standortlösung hat.“ (Matthias Lohr)

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