Initiative fordert Fördermittel für denkmalgerechte Sanierung an der Querallee

Land soll Geld für Grüne Villa locker machen

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Jahrelang vernachlässigt: Nun will das Land die historische Villa an der Querallee verkaufen.

Kassel. Die Initiative um Prof. Dietfrid Krause-Vilmar zum Erhalt der Grünen Villa an der Querallee hat an das Land appelliert, den Schaden an dem historischen Gebäude dadurch abzumildern, dass dem neuen Eigentümer bei der Instandsetzung Fördermittel des Landes gewährt werden.

Das Geld könnte aus dem Etat des Landesamtes für Denkmalpflege kommen, schlägt die Initiative vor. Die Villa war 1896 von einem jüdischen Geschäftsmann gebaut worden.

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„Wir sind der Ansicht, dass mit einem Förderangebot an den künftigen Eigentümer der Liegenschaft der Einfluss auf die denkmalgerechte Sanierung der Villa beziehungsweise der gesamten Liegenschaft beträchtlich erhöht werden würde“, heißt es in einem Schreiben der Initiative an das hessische Finanzministerium.

Sie macht zudem darauf aufmerksam, dass die landeseigene Villa im Fördergebiet des Bund-Länder-Programms „Aktive Kernbereiche“ liegt und empfiehlt, mit dem hessischen Wirtschaftsministerium und der Stadt Kassel als Planungsträgerin für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße, der Goethe- sowie der Germaniastraße zu klären, ob eine weitere Fördermöglichkeit besteht. In der denkmalgeschützten Villa, die gemeinsam mit dem Nachbarhaus Nr. 19 verkauft werden soll, waren bis Ende Februar Mitarbeiter des Hessischen Baumanagements untergebracht.

Das Finanzministerium hat der Initiative inzwischen mitgeteilt, dass die Interessenten in dem historischen Gebäude Büros oder Wohnungen für den Eigenbedarf schaffen wollen. Die Gebäudesubstanz der Villa an der Querallee 21 sei auch nicht so schlecht, wie dargestellt. Zwar gebe es gravierende Baumängel an der Fassade und den Balkonen, doch im Innern sei der Zustand weitaus besser. Die Forderung der Initiative, den Zuschlag beim Verkauf nicht vom höchsten Gebot, sondern von einem denkmalgerechten Nutzungskonzept abhängig zu machen, weist das Ministerium zurück. Das Land sei gehalten, Immobilien nur gegen Höchstgebot zu veräußern. Dies schließe eine denkmalgerechte Sanierung nicht aus. Aufgrund der großen Nachfrage geht das Hessische Immobilienmanagement davon aus, dass die Villa im Herbst verkauft wird.

Zu den Unterstützern der Forderungen gehören neben den Historikern Krause-Vilmar und Christian Presche, Dr. Eva Schulz-Jander und Angelika Trilling (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), Stadtplaner Prof. Christian Kopetzki, Dr. Friedrich Waitz von Eschen (Verein für Hessische Geschichte) und Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph. (els)

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