Nach Hausbesetzung ermittelt die Polizei

Nach Hausbesetzung: Land will marode Villa an der Querallee verkaufen

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Steht bald zum Verkauf: Die seit März leer stehende Villa an der Querallee war am Wochenende von Hausbesetzern eingenommen worden. In zwei Wochen will das Hessische Immobilienmanagement beginnen, einen Käufer für das heruntergekommene Haus zu finden.

Kassel. Die leer stehende Villa an der Querallee, in die am Wochenende Hausbesetzer eingedrungen sind, soll verkauft werden. Das Gebäude, das dem Land Hessen gehört und unter Denkmalschutz steht, soll in etwa zwei Wochen auf dem Immobilienmarkt angeboten werden.

Das teilte am Montag Ate Plies, Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements (HI), auf Anfrage mit.

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Wie hoch die Kosten für eine Instandsetzung des heruntergekommenen Gebäudes sind, konnte die Sprecherin nicht sagen. Da aufgrund des Verkaufs eine Sanierung nicht geplant sei, „können die Kosten hierfür auch nicht beziffert werden“. Unter anderem seien eine Instandsetzung der Fassade sowie „allgemeine Modernisierungsangaben“ nötig, teilte Plies mit. Auch zum Wert des Hauses, das 1896 erbaut wurde, machte die Sprecherin des HI keine Angaben. Denn man wolle gegen Gebot verkaufen.

Für jeden Passanten erkennbar ist, dass Gesimse und Balustraden bröckeln, ein Balkon mit einer Plane eingepackt und ein unterer Bereich des Bauwerks eingerüstet ist.

Zum Verkauf habe man sich entschlossen, weil die Räumlichkeiten „für Landeszwecke nicht geeignet“ seien. Immerhin 60 Jahre hat das Land sie aber genutzt.

Ab 1951/52 war an der Querallee das Staatsbauamt angesiedelt, das 2004 in Hessisches Baumanagement umbenannt wurde. Seit vergangenem März steht die neoklassizistische Villa endgültig leer. Die Mitarbeiter seien jetzt in dem Haus Querallee 36 (mit dem Restaurant Boccaccio im Erdgeschoss) untergebracht, sagte HI-Sprecherin Plies.

Die Hausbesetzer wollten mit ihrer Aktion am Wochenende offenbar auf den Leerstand aufmerksam machen. In einem Internetblog heißt es, sie wollten das denkmalgeschützte Gebäude vor dem drohenden Verfall schützen. Außerdem forderten sie auf einem Transparent „Mehr selbstverwalteten Raum zur freien Entfaltung junger Menschen“.

Wer waren die Besetzer?

Wer die Initiatoren der Aktion seien, wisse man noch nicht, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Es werde wegen Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt.

Inzwischen habe das Hessische Immobilienmanagement weitere Vorkehrungen zur Gebäudesicherung getroffen, damit die Hausbesetzer sich nicht erneut Zugang verschaffen könnten. Die Polizei werde das Objekt im Rahmen des Streifendiensts im Auge behalten.

Ab Samstagabend war die Villa um die Uhr von einer Streife bewacht worden, nachdem die Hausbesetzer zum zweiten Mal vertrieben worden waren. Allein aus Sicherheitsgründen müsse man verhindern, dass Unbefugte das baufällige Gebäude betreten, hieß es.

Von Katja Rudolph

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