Station des Rettungshubschraubers auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses wird für 1,7 Millionen Euro modernisiert

Land zahlt Startgeld für Christoph 7

Fliegertorte: Gesundheitsminister Jürgen Banzer (Zweiter von rechts) mit den Geschäftsführern und Ärzten vom Rot-Kreuz-Krankenhaus Elisabeth Deterding, Dr. Thomas Köhler, Architekt Matthias Kirschner, Prof. Dr. Christian Löser und Michael Gribner. Foto: Koch

Wehlheiden/ Fuldatal. Zu Gesicht bekam Jürgen Banzer (CDU) Christoph 7 nicht. Als Hessens Gesundheitsminister den Fördermittelbescheid für den Umbau der Station gestern übergab, war die Besatzung mit dem Rettungshubschrauber gerade vom Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses zu einem Einsatz abgehoben.

Mit 580 000 Euro beteiligt sich das Land an dem 1,7 Millionen Euro teuren Umbau. Den Großteil, etwa eine Million Euro, zahlen die Krankenkassen. Die restlichen 120 000 Euro finanziert das Rot-Kreuz-Krankenhaus.

Der Umbau ist dringend notwendig. An mehreren Stellen ist der Belag der Plattform aufgeplatzt. Ärzte, Piloten und Sanitäter müssen sich in engen, wenig modernen Räumen aufhalten. 1975 wurde der Dachlandeplatz als einer der ersten gebaut.

Auslöser des Umbaus sind neue luftfahrtrechtliche Vorschriften, die unter anderem den Brandschutz betreffen. Zwar haben beteiligte Behörden, wie die Regierungspräsidien Gießen und Kassel, stets betont, dass man im Zeitplan liege und alle Auflagen erfüllt würden. Jedoch sind beim Kampf um die Finanzierung die Fristen offenbar bis zuletzt ausgereizt worden. In seiner Ansprache deutete Banzer an, dass die Einstellung des Flugbetriebs gedroht habe.

Während des Umbaus zieht Christoph 7 nach Fuldatal zur Bundespolizei um. Dort steht der Hubschrauber üblicherweise über Nacht. Ab wann gebaut wird, stehe noch nicht fest. Die Planungen seien in der Endphase. „Noch im Jahr 2010 soll der Umbau abgeschlossen sein“, sagte Michael Gribner, Geschäftsführer des Rot-Kreuz-Krankenhauses.

Danach könnte es eine Entlastung für die fluglärmgeplagten Anwohner geben. Die Station bekommt unter anderem einen Tank, der am Boden gebaut werden soll, sagte Architekt Matthias Kirschner. Die Folge seien weniger Starts und Landungen, Christoph 7 müsse nicht mehr wie bisher zum Tanken fliegen.

Zuletzt kursierten Gerüchte, wonach der Hubschrauber künftig rund um die Uhr fliegen könnte. „Es ging nie um Nachtflüge“, sagte Geschäftsführer Gribner. Diese seien auch nicht nötig, sagte Dr. Thomas Köhler, Ärztlicher Leiter von Christoph 7. Nachts müssten Hubschrauber nicht für Notfalleinsätze, sondern nur zur Verlegung von Patienten eingesetzt werden. Und dafür gebe es den Intensivtransporthubschrauber Christoph Hessen, der in der Wetterau stationiert ist.

Von Claas Michaelis

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