Fluglärm: Gericht entscheidet gegen Anwohner des Rotes-Kreuz-Krankenhauses

Christoph 7: Gericht lehnt Eilantrag von Anwohnern ab

Kassel. Anwohner des Rotes-Kreuz-Krankenhauses, die sich gegen den Fluglärm des Rettungshubschraubers Christoph 7 zur Wehr setzen, haben eine erste juristische Niederlage eingefahren. Das Verwaltungsgericht Kassel hat am Freitag den Eilantrag eines Ehepaares abgelehnt.

Zu Begründung teilte das Gericht mit, dass die Anwohner durch die Entscheidung des RP nicht in ihren Rechten verletzt wurden. Auch folgte das Gericht nicht ihrem Einwand, dass ihre Interessen hinsichtlich der Lärm- und Geruchsbelastung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Denn eine solche planerische Berücksichtigung ihrer Interessen habe nicht stattfinden müssen, da dem Landesplatz die Genehmigung bereits 1975 erteilt wurde.

Lesen Sie auch:

-Kommentar zu Christoph-7-Eilantrag: "Ein bisschen zu viel Lärm um wenig Lärm"

-Eilantrag der Nachbarn: Christoph 7 soll Klinik nur mit Patienten anfliegen

„Diese ursprüngliche Genehmigung hat Bestand. Die jetzt vom RP vorgenommenen Änderungen in der Genehmigung beziehen sich nur auf neue Sicherheitsstandards für den Landeplatz“, sagte Gerichtssprecherin Bettina Nieuwenhuis. Insofern müssten Beeinträchtigungen für die Anwohner nicht erneut geprüft werden. Mehr Erfolgsaussichten hätte der Eilantrag gehabt, so Nieuwenhuis, wenn die Genehmigung „wesentlich“ geändert worden wäre. Dem Ehepaar sind besonders die Trainingsflüge für neue Piloten sowie die Hin- und Rückflüge zum nächtlichen Standort bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel in Fuldatal ein Ärgernis. Es fordert eine Beschränkung auf Patiententransporte. Auch krititisiert es die Zunahme der Flugbewegungen und die An- und Abflugrichtung. All dies sei aber durch die Genehmigung von 1975 gedeckt, sagte Nieuwenhuis.

Im Regiowiki:

-Rotes-Kreuz-Krankenhaus

-Christoph 7

Die gestrige Ablehnung des Gerichts bezog sich allein auf den Eilantrag. Ein solcher Antrag dient Klägern dazu, noch vor einer Entscheidung in der Hauptsache die eigenen Rechte zu schützen. Die eigentliche Klage des Ehepaars gegen die Genehmigung des Landeplatzes läuft noch. Die Entscheidung über den Eilantrag ist aber ein gewichtiges Indiz dafür, wie die Richter über die Klage entscheiden werden. „Über die Hauptsache wird in vielen Fällen ähnlichen entschieden wie über die Eilanträge“, sagte Nieuwenhuis. Gegen den Beschluss über den Eilantrag können die Kläger nun Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. Die Anwohnerinitiative, der sich auch das klagende Ehepaar angeschlossen hat, bedauert die Entscheidung des Gerichts. „Wir haben befürchtet, dass sich das Gericht auf diese Genehmigung von 1975 zurückzieht“, sagte Wolfgang Hocke, Sprecher der Initiative. Die Initiative, die ausdrücklich nichts gegen Notfall-Flüge habe, wolle nun Plakate rund um das Krankenhaus aufstellen, um über ihre Forderungen zu informieren.

Von Bastian Ludwig

Hintergrund

Wegen der Modernisierung der Landeplattform auf dem Rotes-Kreuz-Krankenhaus ist Christoph 7 derzeit noch bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel in Fuldatal stationiert. Wenn die Mannschaftsräume des neuen Luftrettungszetrums am Rot-Kreuz-Krankenhaus Anfang März fertig sind, kehrt Christoph 7 endgültig zurück. Dann fliegt der Hubschrauber nur noch für die Nacht nach Fuldatal. Derzeit fliegt er das Krankenhaus nur für Patiententransporte an. Vergangenes Jahr rückte er 1279 Mal aus. (bal)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.