Für Wahlkreis Kassel-Ost gab es einen Gegenkandidaten

Landtagswahl: Kasseler CDU nominiert Kühne-Hörmann und Hildebrandt

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Die Kandidaten und ihre Ersatzbewerber: Eva Kühne-Hörman und Jörg Hildebrandt (Mitte) gehen für die Kasseler CDU in den Landtragswahlkampf. Jeweils hinter ihnen die Ersatzmänner Dominique Kalb (links) und Stefan Kortmann.

Kassel. Die Kasseler CDU will erneut mit den Kandidaten Eva Kühne-Hörmann und Jörg Hildebrandt in den Landtagswahlkampf ziehen.

Bei den Delegiertenversammlungen am Samstag erhielt die Stadtparteivorsitzende und amtierende Hessische Justizministerin Kühne-Hörmann 91,4 Prozent der Stimmen für eine neuerliche Landtagskandidatur im Kasseler Westen. Fünf Jahre zuvor hatte der Rückhalt für sie bei 87 Prozent gelegen. 

Für den Wahlkreis im Osten des Stadtgebiets bekam Jörg Hildebrandt mit gut zwei Dritteln der Delegiertenstimmen grünes Licht, sich zum dritten Mal für den Landtag zu bewerben. Hildebrandts Gegenkandidat Christian Rösch, Geschäftsführer eines Bauunternehmens, unterlag mit 8 gegen 17 Stimmen. Die Landtagswahl ist am 28. Oktober 2018.

Im Westen nichts Neues, im Kasseler Osten zumindest ein sichtbares Signal für innerparteilichen Wettbewerb in Kassels CDU: Von einer straffen Versammlungsregie wurde am Samstag in Eppo’s Clubhaus die West-Landtagskandidatin Eva Kühne-Hörmann fix und mit großer Zustimmung auf den Schild gehoben.

Ein kurzer Durchgang Kühne-Hörmanns durch Verdienste und Erfolge der Landesregierung, der die Kasselerin seit 2009 angehört, dann war die Kür bei 32 Ja- und drei Gegenstimmen vollbracht. Charakteristisch für den Ablauf war diese Ansage von Versammlungsleiter Michael Stöter: „Gibt es Fragen? Wird Aussprache gewünscht? Nein? Das ist schön, das beschleunigt die Veranstaltung.“

Keine Kür, sondern eine tatsächliche Wahl gab es anschließend um die Kandidatur im Osten des Stadtgebiets: Der dortige CDU-Dauerkandidat Jörg Hildebrandt bekam am Ende ein erneutes Votum, musste aber fast ein Drittel der Delegiertenstimmen seinem Herausforderer Christian Rösch überlassen.

Der 36-jährige Geschäftsführer der Straßen- und Tiefbaufirma Riede in Bettenhausen war von der Jungen Union vorgeschlagen worden, deren Kasseler Vorsitzender Rösch zehn Jahre lang gewesen ist. Mit seiner Bewerbung wolle er „Optionen zur Veränderung aufzeigen“ und Forderungen in der CDU entgegenkommen, dass sich mehr Vertreter aus dem Wirtschaftsleben politisch engagieren sollen, warb Rösch für sich.

Anders als Hildebrandt, der in seiner Bewerbungsrede eher politische Handlungsfelder aufzählte und auch beim Blick auf andere Parteien eher im Vagen blieb („dem politischen Wettbewerb fehlt es an realistischen Konzepten“), benutzte Rösch häufig das verbindende „Wir“, sprach über eigene Erfahrungen und sein Publikum immer wieder direkt an. Der Applaus fiel für beide Bewerber ähnlich mittelstark aus – höflich, aber nicht enthusiastisch für Hildebrandt, etwas unsicher verhalten für Rösch.

Der frührere JU-Chef gilt offenbar vielen in Kassels CDU immer noch als Reizfigur aus der Phase vor einigen Jahren, als die Mutterpartei mit ihrer örtlichen Nachwuchsorganisation schwer über Kreuz lag. Dies hielt auch Parteisenior Heinz Schmidt dem Bewerber in einem Redebeitrag vor – mit einer Wahlempfehlung an die Delegierten: „Folgen Sie dem Votum des Parteivorstands“, der sich auf Hildebrandt festgelegt hatte.

Dass der Herausforderer am Ende 8 von 25 Delegiertenstimmen holte, kann für die Gepflogenheiten der Kasseler CDU als achtbares Ergebnis gelten. Wie es ein Teilnehmer formulierte: „Allmählich ist auch bei uns der Damm gebrochen.“

Kalb und Kortmann sind Ersatzbewerber

Für die beiden gewählten Kasseler Landtagskandidaten der CDU wurde in der Delegiertenversammlung jeweils auch ein Ersatzbewerber bestimmt. Für Eva Kühne-Hörmann im West-Wahlkreis ist dies Dominique Kalb, der als Ersatzmann das Vertrauen sämtlicher Delegierten bekam – sowie etliche scherzhafte Anspielungen auf die vormalige SPD-Lichtgestalt Martin Schulz und dessen 100-Prozent-Ergebnis bei der Wahl zum Parteichef vor knapp einem Jahr.

Im östlichen Kasseler Landtagswahlkreis ist – wie bereits vor fünf Jahren – Stefan Kortmann zum Ersatzkandidaten für Jörg Hildebrandt nominiert worden. Für Kortmann sprachen sich 75 Prozent der Delegierten bei der Wahlkreisversammlung aus. Gegenkandidaturen gab es in beiden Fällen nicht .

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