Landwirte in der Region fürchten Ernte-Ausfälle von 30 Prozent

Kassel. Das trockene Frühjahr macht den Landwirten der Region zu schaffen: Sie rechnen nach Angaben des Kreisbauernverbandes bereits mit Ernte-Ausfällen bis zu 30 Prozent. Noch größere Verluste wären zu beklagen gewesen, wäre der Regen auch im Juni ausgeblieben.

Doch der Niederschlag kam noch zur rechten Zeit: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanziert Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel.

Trockenheit und Wärme in den Monaten März bis Mai haben dem Getreide ein frühes Wachstumssignal gegeben, erläutert Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Viele Triebe seien in der Folge verkümmert. Es fehle an Masse, aber die Qualität des Korns sei dank des späten Regens ordentlich.

In der vergangenen Woche haben bereits viele Bauern die Gerstenernte eingefahren. 1400 landwirtschaftliche Betriebe gibt es nach Auskunft von Schulte-Ebbert in Stadt und Kreis Kassel, 65 Prozent der Höfe werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. Derzeit stockt die Arbeit auf dem Feld: Das Erntegut ist zu nass. Mit Wetterbesserung ist als Nächstes der Raps an der Reihe. Ihm habe vor allem der späte Frost geschadet, sagt Schaumburg, der deshalb einen geringeren Ölertrag befürchtet. Auch bei dem in zwei bis drei Wochen erntereifen Winterweizen rechnet er mit Verlusten. Mit 17 000 Hektar ist Weizen das in der Region am meisten angebaute Getreide. 53 500 Hektar beträgt die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Stadt und Kreis Kassel insgesamt.

Die geringeren Erträge werden laut Schulte-Ebbert nicht durch höhere Erlöse ausgeglichen. Vielmehr diktiere der Weltmarkt die Preise. Wie im Vorjahr liegt der Preis für einen Doppelzentner Gerste bei 17 bis 18 Euro, für Weizen bei 19 Euro. Dass Verbraucher nun tiefer in die Tasche greifen müssen, fürchtet Schulte-Ebbert nicht. In einem Brötchen sei nur für ein bis zwei Cent Mehl enthalten.

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