Trockenheit schädigt Bauern – Jetzt Hoffen auf viel Regen

Landwirte fürchten Millionen-Einbußen

Erich Schaumburg

Kreis Kassel. Die Bauern im Landkreis Kassel befürchten Einbußen in Millionenhöhe bei der Ernte. Grund ist die seit Wochen anhaltende Trockenheit.

Schlecht sieht es vor allem für die Herbstsaat aus. Wintergerste, Winterweizen, Winterraps und Winterroggen haben gelitten. Sie wurden von der Trockenheit, die nach wenig Niederschlag Anfang April bis vor Kurzem anhielt, heftig erwischt. Wenn diese Sorten von Mitte Juli bis Ende August geerntet werden, wird es bei den Landwirten lange Gesichter geben.

Und das sind nicht wenige: 1300 Landwirte im Landkreis sind laut Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, je nach Größe ihres Betriebes betroffen. Aufgrund der Recherchen bei den Bauern und Stichproben auf den Feldern rechnet Schaumburg bei der Herbstsaat mit Ertragseinbußen von durchschnittlich 15 Prozent. Beim Getreide bedeutet das nach den Berechnungen des Bauernverbandes auf der aktuellen Preisgrundlage einen Verlust von 150 Euro pro Hektar, beim Raps gar von 250 Euro.

Nimmt man die Anbaufläche des Rapses im Landkreis von 7000 Hektar, würden sich die Umsatzverluste auf 1,75 Millionen Euro belaufen. Beim Weizen wären das bei 16 300 Hektar Fläche rund 2,4 Millionen Euro. Alles Wirtschaftskraft, die der Region verloren gehe, klagt Schaumburg.

Der erste ergiebige Regen seit Anfang April ließ die Landwirte in dieser Woche hoffen, dass zumindest die Frühjahrssaat unbeschadet über die Runden kommt. „Wenn es weiter regnet, bleibt alles im grünen Bereich“, sagt Schaumburg. Das gelte für die Getreidearten, die Zuckerrüben und auch die Kartoffeln. Fallen müssten dafür aber in den nächsten Tagen 50 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter.                 

Von Stefan Wewetzer

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