Nur langsam kommt Licht in den Hergang des Verkehrsunglücks, bei dem am Donnerstag ein 80-jähriger starb

Geisterfahrer: Irrfahrt ging dem Unfall voraus

+
Tödliches Ende: Der 80-jährige Dortmunder stieß mit seinem Auto (Bild) kurz vor dem Autobahnkreuz Kassel-West mit dem Wagen des 26-jährigen Edermünders zusammen.

Kassel. Was mit dem Tod eines 80-jährigen Dortmunders endete, begann offenbar mit einer langen Irrfahrt über die A  49. Auf Basis von Zeugenhinweisen konnte die Polizei bislang ansatzweise rekonstruieren, was vor dem tödlichen Geisterfahrer-Unfall am Donnerstag, 21.20 Uhr, geschah.

Kurzclip vom Unfallort

Lesen Sie auch

Tödlicher Unfall auf der A49: Polizei sucht nach Zeugen

80-jähriger Geisterfahrer verursacht tödlichen Unfall auf A49

Auf der A  49 in Höhe des Autobahnkreuzes Kassel-West war es zu dem folgenschweren Zusammenstoß gekommen, bei dem nicht nur der 80-jährige Geisterfahrer starb, sondern auch der 26-jährige Unfallgegner aus Edermünde schwer verletzt wurde.

Noch ist nicht ganz klar, wo und wie der Dortmunder auf die A  49 falsch aufgefahren ist. Anhand von Zeugenhinweisen lässt sich aber erkennen, dass der Mann zuvor eine lange Odyssee durch Nordhessen zurückgelegt hatte:

• Bereits um 18.30 Uhr war der Rentner in seinem silbergrauen Nissan Primera am Autobahnparkplatz Scharfenstein von zwei Autofahrerinnen gesehen worden. Beim Verlassen des Parkplatzes in Richtung Fritzlar habe er aber nicht die Ausfahrt, sondern die Auffahrt benutzt. Dann sei er aber im spitzen Winkel dennoch richtig auf die Autobahn in Richtung Süden gefahren.

• Gegen 19 Uhr wurde der Mann am Ende der A  49 an der Tankstelle in Neuental-Bischhausen gesehen – knapp 40 Kilometer von dem späteren Unfallort entfernt. An der Tankstelle habe er nach dem Weg nach Dortmund gefragt.

• Um 20.30 Uhr erschien der Mann mit seinem Auto erneut an der Tankstelle. Er tankte und erkundigte sich wieder nach dem richtigen Weg. Ein Lkw-Fahrer bot dem Rentner an, bis zur Auffahrt auf die A  49 in Richtung Kassel vorauszufahren. Ab dort, so sein Hinweis, solle er bis zum Kreuz Kassel-West fahren.

• Die Autobahnpolizei Baunatal geht davon aus, dass der 80-Jährige die Strecke bis zum Kreuz Kassel-West nicht komplett als Falschfahrer zurücklegte. „Bei der Länge dieser Strecke hätten wir sicher eine Vielzahl von Anrufern gehabt, die den Falschfahrer gemeldet hätten“, sagt Helmut Stieglitz, Leiter der Autobahnpolizei.

Bilder vom Unfallort

Tödlicher Unfall durch Geisterfahrer auf A49

Er vermutet, dass der Rentner bis Baunatal auf der regulären Fahrbahnseite fuhr und dort die Autobahn zunächst verließ. Diese Vermutung deckt sich mit der Schilderung eines Zeugen, der gesehen hatte, wie der Nissan-Fahrer an der Abfahrt Baunatal-Mitte wendete, um von dort – auf der falschen Seite – weiter Richtung Kassel zu fahren.

• Um 21.20 Uhr kam es zum Zusammenstoß. Der Unfallort liegt aus Richtung Kassel betrachtet 150 Meter vor der Brücke des Autobahnkreuzes Kassel-West. Der 26-Jährige war in Fahrtrichtung Marburg unterwegs und befand sich zum Unfallzeitpunkt auf der Überholspur.

Hinweise: 0561/ 9100.

Aus Rücksicht auf das Opfer und seine Angehörigen haben wir die Kommentarfunktion gesperrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.