Stadt hält an Verfahren fest

Nachtragung der Corona-Impfung: Lange Schlangen auch am Dienstag

Schlange beim Nachtragen der Corona-Impfung
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Die Bilder ähnelten sich: Sowohl am Montag als auch am Dienstag, als unser Bild entstanden ist, warteten viele Geimpfte und deren Angehörigen darauf, die Impfung nachtragen zu lassen.

Lange Schlangen am Montag, ähnliche Bilder am Dienstag. Bei der Nachtragung ihrer Corona-Impfung in den Ausweis mussten viele Geimpfte in Kassel Geduld mitbringen.

Kassel – Wartezeiten von deutlich über einer Stunde, Senioren, die sich auf ihren Rollatoren ausruhten und Sanitäter, die einen Wartenden wegen Schwindels versorgen mussten: Wegen des großen Andrangs am Montagabend wurde das Nachtragen der Corona-Schutzimpfungen in den gelben international anerkannten Impfausweis für viele zur Herausforderung.

Ähnlich war das Bild am Dienstag. Um 17 Uhr zog sich die Schlange am Auestadion vorbei bis zum Eingang des Impfzentrums. Glück hatten die Wartenden an Tag zwei der Nachtragungsmöglichkeit, dass sie trocken blieben, denn kurz zuvor hatte es noch geregnet.

Laut Stadt waren am Montagabend so viele Menschen gekommen, wie pro Tag erwartet wurden: etwa 600. „Wartezeiten bestanden insbesondere für die Personen, die bereits lange vor der Öffnungszeit beziehungsweise gleich um 17 Uhr vor Ort waren“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab. Diejenigen, die nach 19 Uhr kamen, hätten dagegen gar nicht oder nur kurz warten müssen. Und: „Zwischen 19.30 und 20 Uhr war keine einzige Person mehr vor Ort, die eine Nachtragung im Impfausweis haben wollte“, so Schwab.

Ausweiten will die Stadt die Uhrzeiten für die Nachtragungen daher nicht. Sie empfiehlt, „nicht bereits lange vor der Öffnungszeit vor Ort zu sein“. Zudem verweist sie auf die geringe Frequentierung gegen Ende des von 17 bis 20 Uhr vorgesehenen Zeitfensters.

Für diejenigen, die früh da waren und deutlich länger als eine Stunde warten mussten, ist das ein schwacher Trost. Viele kritisierten am Dienstag erneut, dass die Nachtragungen überhaupt nötig waren, weil die Impfungen lange nicht direkt in den Pass eingetragen wurde, obwohl dieser vorlag. Die Stadt hatte dafür immer „verfahrenstechnische Gründe“ angegeben. Ob dazu zählte, dass die im Zentrum eingesetzten Scanner einen Pass-Eintrag verhinderten, diese Frage beantwortete die Stadt gestern nicht.

Verwunderung hatte am Montag und gestern teils wegen der zeitlichen Einteilung der Nachtragungen geherrscht. Diese Woche sind die Geimpften aus dem Januar und März dran, nächste Woche dann die aus Februar und April. Grund dafür ist laut Stadtsprecher Schwab die unterschiedliche Anzahl der Zweitimpfungen in den einzelnen Monaten. Für Januar gibt die Stadt deren Zahl mit 1660 an, für Februar mit 3100, für März mit 6500 und für April mit 3000.

In diesen Zahlen enthalten sind auch die in Einrichtungen und Krankenhäusern verimpften Dosen. Letztere haben die Eintragungen in die Impfausweise bereits eigenständig vorgenommen. Für diejenigen, die von den mobilen Teams in einem Alten- oder Pflegeheim geimpft wurden, soll ein Angebot zum Nachtragen separat organisiert werden.

Wer im Impfzentrum geimpft wurde und die Termine heute oder nächste Woche nicht wahrnehmen kann, soll trotzdem seinen Nachtrag bekommen. „Sollte es nach den angebotenen Terminen weiteren Bedarf für Nachtragungen geben, werden gegebenenfalls weitere Zeitfenster angeboten“, so die Stadt.

Einen Nachtrag im Impfausweise ist allerdings nicht zwingend notwendig – auch wenn sich viele Geimpfte diese Möglichkeit gewünscht haben. Die bei der Impfung ausgestellte Bescheinigung ist ein vollwertiges Ersatzdokument, das auch bei Auslandsreisen und Grenzkontrollen ausreicht, da es sich nach Angaben der Stadt um ein internationales Dokument handelt.

In den kommenden Wochen soll es außerdem den digitalen Impfausweis geben. Dieser funktioniert über eine App auf dem Smartphone. Wie genau man die Impfung in die App übertragen kann, ist noch nicht ganz klar. In Thüringen startet diese Woche ein Pilotprojekt, bei dem der Impfnachweis über das Terminvergabeportal des Landes abgerufen werden kann. Für Hessen gibt es noch kein Verfahren. (Marie Klement)

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