Fair-Kaufhaus sieht nach durchstandener Flaute wieder Perspektiven

Fair-Kaufhaus sieht nach durchstandener Flaute wieder Perspektiven

Mit Sinn für Ausgefallenes: Oksana Ryschkowa, Mitarbeiterin des Fair-Kaufhauses, zeigt den Kunden die große Auswahl im Fair-Kaufhaus, die von Deko-Artikeln (im Vordergrund) bis hin zu Biedermeier-Möbeln (rechts) reicht. Fotos:  Dilling

Kassel. Horst Pedina ist stolz auf seine Leute. Der Geschäftsführer des Fair-Kaufhauses an der Philippistraße in Rothenditmold hat mit einem Mitarbeiterteam beim Kassel-Marathon den 31. Platz von über 100 Mannschaften in der Staffel errungen.

Seinen langen Atem muss Pedina auch geschäftlich beweisen. Denn das im Frühjahr 2008 mit der Drogenhilfe Nordhessen als Hauptgesellschafter eröffnete Geschäft für ausschließlich gespendete Gebrauchtwaren aller Art mit angeschlossenem Reisebüro und Kantine, das schwer vermittelbaren Erwerbslosen eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt bieten soll, stand zwischenzeitlich am Abgrund. Jetzt läuft es deutlich besser. Aber das Projekt, das auch von der Stadt Kassel und dem Landkreis unterstützt wird, ist noch nicht über den Berg. Und das ursprüngliche Ziel, mit Gewinnen die Drogenhilfe zu unterstützen, ist in weite Ferne gerückt. „Ende 2008 wäre fast schon Schluss gewesen“, sagt Pedina, dessen Frau das Reisebüro betreibt. Es kamen damals nur wenige Kunden. Er habe die damalige Sperrung der Philippistraße im Zuge der Brückenerneuerung über die Bahnstrecke unterschätzt. Wenig später habe die Sanierung der Philippistraße vor der Haustür für Umsatzausfälle gesorgt. Hinzu kam, dass sich die Idee des Kaufhauses, selbstgeschneiderte Kleidung zu verkaufen, als Flop erwies.

Unter den Folgen leidet das Fair-Kaufhaus noch heute. Denn es wird noch lange dauern, bis Pedina das damalige Defizit abgebaut haben wird. Deshalb hofft der frühere Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen auf weitere Sponsoren, die in das soziale Projekt investieren, das momentan 20 Menschen -zum Teil im Rahmen von Arbeitsförderungsmaßnahmen - und einem Auszubildenden Arbeit gibt. Zwei weitere Kräfte arbeiten ehrenamtlich.

Pedina sieht nach der langen Durststrecke Perspektiven für das Kaufhaus. Der Textilbereich laufe nun besser, ebenso die Möbelabteilung. Man biete inzwischen auch hochwertige Möbelstücke, beispielsweise aus der Biedermeierzeit, an. Bei Haushaltsauflösungen sei man gut im Geschäft. Auch ausgefallene Dekoartikel finde man in den Regalen. Shaaida Masagar hat mit Spezialitäten aus ihrer indischen Heimat wie auch mit leckerer deutscher Hausmannskost die Kantine neu belebt. Da habe man zahlreiche Stammkunden aus den benachbarten Gewerbebetrieben gewonnen, sagt Pedina.

Dennoch fehlte bisher der entscheidende Schub, damit sich das Kaufhaus auf eigenen Beinen halten kann. Im Schnitt habe man 100 Kunden pro Tag, 150 wären aber nach Schätzung des Geschäftsführers nötig. Er hofft, dass bald mehr Bürger aus anderen Stadtteilen, die auf der Suche nach Qualität sind, den Weg ins Fair-Kaufhaus finden. Gelegenheit dazu besteht am heutigen Freitag, 28. Mai, bei der offiziellen Einweihung der sanierten Philippistraße ab 11 Uhr. (pdi)

Fair-Kaufhaus, Philippistraße 23, Tel. 05 61/4 00 75 50, www.fair-nordhessen.de, Öffnungszeiten montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr.

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