Nach Umbau vor neun Jahren ist Zuständigkeit immer noch unklar

Langer Streit um die Beleuchtung am Kasseler Kulturbahnhof

+
Fußweg zum Kulturbahnhof: Um die Beleuchtung auf dem Rainer-Dierichs-Platz dreht sich seit Jahren ein Streit zwischen der Stadt Kassel und der Bahn. 

Kassel. Jedes Mal, wenn die Lichter vor dem Kulturbahnhof angehen, sorgt das für Ärger zwischen dem Kasseler Rathaus und der Bahn. Denn eigentlich – davon ist zumindest die Stadt überzeugt – ist die Bahn für den Vorplatz zuständig.

Eine klare Aussage dazu gibt es aber nicht. Auch wegen der Beleuchtung.

Die Bahn zahlt zwar den Strom der Lampen, kümmert sich um Schäden, Wartung und Instandsetzung auf dem Platz, der nach dem früheren HNA-Verleger Rainer Dierichs benannt ist. Seit langem schwelt aber der Streit darüber, ob das auch dauerhaft so sein wird. Der Stadt geht es unter anderem um die Frage, wer zum Beispiel bei einem Unfall haftbar ist.

Keine Lösung in Sicht

„Das müssen wir klären“, sagt Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Eine einvernehmliche Lösung ist offenbar nicht möglich. Im Raum steht immer wieder eine mögliche Forderung der Bahn, bei der Beleuchtung nachzurüsten. Den Verantwortlichen der Stadt reicht es jetzt. Sie wollen die Bahn verklagen.

Vorgaben der Bahn

Der Konflikt begann bereits im Jahr 2006. Damals ging es um die geplante Umgestaltung des Platzes. Die Unterführung mit der defekten Rolltreppe sollte geschlossen, die Brunnen aus den 1950er Jahren abgerissen werden. Stadt und Bahn schlossen dazu eine schriftliche Vereinbarung. Den Zuschlag zur Umgestaltung bekam das Berliner Büro Lützow 7. Eine Bedingung von DB Station&Service: Das Beleuchtungskonzept durfte nur ein von der Bahn zertifiziertes Planungsbüro erstellen. So geschah es dann auch. Die Planung wurde zwar vom Eisenbahnbundesamt genehmigt, vor Ort gab es dennoch Ärger.

Die Bahn ist trotz allem mit der Umsetzung des Konzepts nicht zufrieden. Der Bahnhofsvorplatz sei nicht gleichmäßig ausgeleuchtet. Deshalb verweigert die Bahn seit Jahren die Abnahme.

Nach Einschätzung der Stadt sind die Fußwege auf dem Vorplatz gut beleuchtet und auch mit einem Blindenleitsystem ausgestattet. Das alles habe sich bewährt und entspreche den vom Eisenbahnbundesamt genehmigten Planungen.

In den vergangenen Jahren habe man immer wieder versucht, die Angelegenheit zu regeln. Das sei unter anderem deshalb nicht gelungen, weil die Ansprechpartner immer wieder wechselten. Das erinnert an frühere Konflikte mit der Bahn. Die hat unter anderem eine halbe Ewigkeit dafür gebraucht, die Fassade des Nordflügels am Kulturbahnhof zu sanieren. Jetzt soll der Streit um den Vorplatz und die Beleuchtung juristisch geklärt werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.