400 Bäume an Hauptverkehrsader in Kassel geplant

Frankfurter Straße in Kassel soll Allee werden

Ein Blick auf die Frankfurter Straße stadtauswärts. Links und rechts sind Bäume in das Foto montiert. Die Stadt will einen Alleecharakter entstehen lassen.
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So soll es irgendwann aussehen: Stadtauswärts kurz hinter dem HNA-Gebäude stehen entlang der Frankfurter Straße links und rechts frisch gepflanzte Bäume.

Eine der wichtigsten Hauptverkehrsstraßen in Kassel soll aufgewertet werden. Die Stadt plant, entlang der Frankfurter Straße 400 Bäume zu pflanzen.

Kassel – Die Frankfurter Straße gehört zu den Hauptverkehrsadern Kassels. Sie ist ein belebter Wohn- und Geschäftsort. Für all jene, die von der Autobahn 49 Richtung City wollen, vermittelt sie zugleich einen ersten Eindruck der Stadt. Nur: Schön anzusehen ist sie nicht wirklich. Das soll sich ändern: Es ist geplant, 400 Bäume entlang der 5,3 Kilometer langen Straße zu pflanzen. Mögliche Standorte werden aktuell überprüft.

Von der Innenstadt bis zur Autobahnauffahrt in Niederzwehren soll ein Allee-Charakter entstehen, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne): „Wir wollen die Frankfurter Straße für die Menschen, die hier leben, arbeiten und einkaufen, zeitgemäß gestalten.“ Neben einer optischen Aufwertung hat eine grünere Straße zudem ökologische Effekte. Bäume brächten viel für die Menschen, sagt Anja Starick, Leiterin des Umwelt- Gartenamtes: „Sie haben direkte Auswirkungen auf das Mikroklima. Sie sorgen für saubere Luft, kühleres Klima und filtern Staub, Rußpartikel und Aerosole.“

Bis im Kasseler Süden von einer Allee die Rede sein kann, ist es allerdings ein langer Weg. Das zeigt sich bereits an den Detailplanungen für den ersten Abschnitt. Insgesamt umfasse das Grobkonzept zehn Abschnitte, sagt Starick. Begonnen wird mit dem Bereich ab dem Park Schönfeld stadtauswärts bis zur Haltestelle Leuschnerstraße. Für die knapp einen Kilometer lange Strecke sind 90 mögliche Baumstandorte identifiziert worden.

Die Stadt hatte 2019 das Kasseler Landschaftsarchitekturbüro GTL Michael Triebswetter beauftragt, ein Begrünungskonzept zu erstellen. Im Zuge des Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“, früher bekannt unter dem Namen „Zukunft Stadtgrün“, wird das Projekt von der Landesregierung mit bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert. Koordiniert wird das Vorhaben von Projektstadt, eine Marke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte.

Starick erklärt, dass das Projekt im Vergleich zu anderen Bepflanzungsaktionen nicht billig ist. Pro Baum kalkuliert die Stadt mit 20 000 Euro. Das heißt, allein der erste Abschnitt mit 90 Bäumen wird 1,8 Millionen Euro kosten. Die Suche nach Plätzen für die Bäume wurde auf Gehweg- und Parkflächen begrenzt, um den Verkehrsfluss nicht zu beeinträchtigen.

Knackpunkte seien weniger Trams, Autos, Fahrräder und Fußgänger, wie Nolda sagt. Die Probleme bei der Detailplanung liegen im wahrsten Sinne des Wortes tiefer. „Fast überall in diesen Bereichen befindet sich eine Vielzahl von Strom-, Wasser- und Gasleitungen“, sagt Reiner Möller vom Umwelt- und Gartenamt. An manchen Stellen verlaufe auch noch der Kanal. Rein rechtlich muss bei Neupflanzungen ein Abstand von mindestens 2,50 Meter eingehalten werden. Doch selbst wenn sich der Kanal tief genug in der Erde befindet, gibt Möller zu bedenken, dass es damit nicht getan sei: „Was ist, wenn der Kanal repariert werden muss? Dann ist der Baum verloren.“

Details wie diese intensivieren den Planungsprozess, der permanent mit den Städtischen Werken und mit Kasselwasser abgesprochen werden müsse, berichtet Nolda. Zumal das Thema Nachhaltigkeit nicht nur für den Stadtbaurat ein entscheidendes ist. Infolge des Klimawandelswürden Stadtbäume im Durchschnitt lediglich zwischen 50 und 60 Jahren leben. Auch mit der Wahl eines bestmöglichen Standortes soll gewährleistet sein, dass die Bäume an der Frankfurter Straße mindesten 100 Jahre alt werden.

Um welche Arten es sich handeln wird, steht noch nicht fest. Wie bei jüngeren Baumpflanzungen innerhalb der Stadt gehe die Tendenz zu südlicheren Arten, die dem sich verändernden Klima standhalten können.

Das ist aber Zukunftsmusik. Zunächst müssen die Standorte für den ersten Abschnitt konkretisiert werden. Dann muss das Land Hessen die Pläne genehmigen. Ziel ist es, im Herbst nächsten Jahres den ersten Bereich zu begrünen. Danach folgen die nächsten Abschnitte. (Robin Lipke)

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