Auf Haushalte und Kommunen kommen höhere Heizkosten zu

Höhere Kosten: Langer Winter frisst ein Fünftel mehr Energie

Kassel. Die aktuelle Winterperiode wird teuer: „Wir schätzen, dass die Heizkosten aufgrund des langen und kalten Winters 2012 / 2013 um bis zu 20 Prozent steigen“, sagt die Geschäftsführerin des Mieterbunds Nordhessen, Dr. Esther Tiedtke.

Je nach individuellem Heizverhalten könnten sie sogar höher ausfallen.

Der Winter war nicht nur länger, sondern auch kälter als im Vorjahr: Von November 2011 bis April 2012 lag die Durchschnittstemperatur in Kassel bei 0,7 Grad minus. Im aktuellen Winter lag sie bei 1,3 Grad minus. Der Winter war damit insgesamt um 0,6 Grad kälter. Darunter leiden nicht nur die Haushalte, sondern auch Kommunen, Firmen und Institutionen. Die Uni Kassel beispielsweise hat ermittelt, dass sie allein für März im Vergleich zum Vorjahresmonat 61.000 Euro zusätzlich für die Beheizung ihrer Räume bezahlen muss.

Der Landkreis Kassel hatte für seine Gebäude mit 3,3 Mio. Euro Heizkosten im Jahr 2013 kalkuliert. Diese Prognose müsse um zehn Prozent angehoben werden, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Dennoch sei der Verbrauch voraussichtlich niedriger als 2012. Dies liege daran, dass die energetische Sanierung zweier Schulen 2012 abgeschlossen worden sei. Die Stadt Kassel konnte zu ihren Kosten keine Angaben machen. Die Abschlussrechnung liege noch nicht vor.

Profitiert vom langen Winter haben die Heizöllieferanten. „Zwischen Januar und März haben wir 4,5 Mio. Liter verkauft. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahresquartal“, sagt Petra Graf, Geschäftsführerin des Brennstoffhandels Degenhardt aus Niestetal. Dirk Lassen-Beck von der Kasseler Albert Beck GmbH spricht von einem 16 Prozent höheren Absatz beim Heizöl im ersten Quartal. Die Steigerung könne im Jahresverlauf noch höher ausfallen, da viele Kunden erst im Sommer ihre Tanks auffüllten.

Von Christina Hein und Bastian Ludwig

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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