Langes Feld: Antworten zu den wichtigsten Fragen

Blick von oben: Der Bebauungsplan zum Langen Feld bezieht sich auf ein 178 Hektar großes Gebiet bei Niederzwehren (rechts) zwischen den Autobahnen 49 (rechts) und 44 (im Hintergrund) sowie dem Heizkraftwerk an der Dennhäuser Straße (im Vordergrund). Das Gewerbegebiet selbst wird die Hauptfläche in der Mitte des Bildes einnehmen und 76 Hektar für Gewerbe und Industrie zur Verfügung stellen. Der Bebauungsplan erstreckt sich bis zur A  49, weil das Gewerbegebiet über einen neuen Zubringer zur Anschlussstelle Niederzwehren erschlossen werden soll. Archivfoto: Herzog / Charterflug-Kassel

Kassel. Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Langes Feld ist beschlossen. Damit kann die Stadt die Erschließung in Angriff nehmen. Doch da ist noch die Klage wegen des Bürgerbegehrens. Und was ist mit Einsprüchen gegen die Planung? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Langen Feld:

? Was bedeutet es, dass der Bebauungsplan als Satzung beschlossen ist?

! Die Stadtverordneten haben der Verwaltung grünes Licht gegeben, die Planung für das Gewerbegebiet in die Tat umzusetzen. Die Liegenschaftsverwaltung kauft nun die Grundstücke auf, die für die Erschließung benötigt werden, sagte Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Der Stadt gehören bislang etwa 40 Prozent der 178 Hektar bei Niederzwehren, auf die sich der Bebauungsplan bezieht. Wenn die Stadt die gesamte Fläche besitzt, vereinfacht das das Verfahren.

? Wie viel wird die Stadt der Grundstückskauf kosten?

! Das ist bislang offen. Im Bebauungsplanentwurf waren noch 13,1 Millionen Euro für den Grunderwerb vorgesehen. Wie teuer es tatsächlich wird, lasse sich genauer kaum schätzen, sagte Schweinsberg. Im laufenden Haushalt habe die Stadt fünf Millionen Euro für den Grunderwerb vorgesehen - aber nicht nur für das Lange Feld, sondern für alle Immobilienkäufe in Kassel.

? Und was wird das gesamte Gewerbegebiet kosten?

! Inklusive Planung und Erschließung rechnet die Stadt etwa 50 Mio. Euro. Davon entfallen allein auf den Straßenbau 19 Mio. Euro. Kasselwasser, der ehemalige Entwässerungsbetrieb, rechnet mit 15 Mio. Euro für die Kanalisation, inklusive Grundstücksanschlüsse, Regenwasserabflüsse und des Anschlusses an das städtische Kanalnetz. Die städtische Gesellschaft muss die Kosten vorlegen und holt sie sich im Laufe vieler Jahre über den Beitrag der Grundstückseigentümer zum Kanalbau und die Abwassergebühren wieder, sagt der stellvertretende Betriebsleiter, Uwe Neuschäfer.

? Was will die Stadt mit dem Gewerbegebiet verdienen?

! Mit dem Verkauf der erschlossenen Gewerbeflächen will die Stadt sogar mehr einnehmen, als die Erschließung kostet. Laut Plan rechnet sie mit 45 Mio. Euro. Die Höhe sei aber von vielen Faktoren abhängig, auch der wirtschaftlichen Entwicklung, sagte Stadtsprecher Schweinsberg.

? Wie soll das Lange Feld erschlossen werden?

! Die Details wird erst die Erschließungsplanung zeigen. Wann die begonnen wird, hat die Stadt laut Schweinsberg noch nicht entschieden. Bislang hieß es, das Gewerbegebiet werde in drei Etappen erschlossen. Als Erstes soll der neue Autobahnzubringer gebaut werden, der das Gewerbegebiet mit der Autobahnauffahrt Niederzwehren (A 49) verbindet.

? Wird die Stadt zügig mit dem Bau beginnen?

! Nein. Oberbürgermeister Bertram Hilgen hat zugesagt abzuwarten, bis das Verwaltungsgericht in erster Instanz entschieden hat, ob ein Bürgerbegehren zum Gewerbegebiet zulässig ist. Wie lange das dauert, ist offen. Die Bürgerinitiative „Pro Langes Feld“ hat Anfang Juni Klage eingereicht, weil die Stadtverordneten ein Bürgerbegehren abgelehnt haben.

? Kann es noch weitere Klagen gegen das Gewerbegebiet geben?

! Das ist möglich. Es gab knapp 300 Hinweise und Einwände zum Bebauungsplan. Einen Großteil davon haben die Stadtverordneten zurückgewiesen, als sie die Magistratsvorlage zum Langen Feld akzeptiert haben. Wer sich durch den Bebauungsplan oder dessen Anwendung in seinen Rechten verletzt sieht, könne beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof die Gültigkeit des Plans prüfen lassen, sagte Schweinsberg.

? Ist solch eine Klage jetzt schon möglich?

! Nein, denn der Bebauungsplan ist noch gar nicht in Kraft. Dazu muss er in der HNA als amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht werden. Laut Schweinsberg soll das Mitte Juli geschehen. Danach kann binnen eines Jahres ein Normenkontrollantrag beim Verwaltungsgerichtshof gestellt werden. Aber: Eine Klage habe keine aufschiebende Wirkung, könne also die Erschließung des Gewerbegebiets Langes Feld nicht verzögern, sagt Schweinsberg.

Von Marcus Janz

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