Parlament soll Ende Juni Bebauungsplan beschließen – 47 Millionen Euro Entwicklungskosten für Gewerbegebiet

Langes Feld: Gibt es das Baurecht in fünf Wochen?

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Hoffen noch aufs Verwaltungsgericht: Die Bebauungsgegner – hier bei einer Demonstration am 27. Februar vor dem Rathaus – wollen nicht akzeptieren, dass die Stadtverordnetenversammlung ihr Bürgerbegehren mit Mehrheit als formal unzulässig zurückgewiesen hat.

Kassel. Die Stadtverordneten werden voraussichtlich am 25. Juni einen Bebauungsplan für die Entwicklung des Langen Feldes zum Gewerbegebiet beschließen. Nachdem ein Bürgerbegehren gegen die Pläne Ende Februar gescheitert war, wurde der Magistrat am Montag tätig.

Er verabschiedete eine Empfehlung an das Stadtparlament, die Planungen nun per Beschluss rechtskräftig zu machen. Eine stabile Mehrheit aus SPD, CDU und FDP befürwortet das Vorhaben.

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Es sei für die Zukunft Kassels von großer Bedeutung, betonte Oberbürgermeister Bertram Hilgen: Damit künftige Generationen in der Stadt Arbeit finden könnten, müssten heute die Voraussetzungen geschaffen werden. Kassel habe keine nennenswerten Gewerbeflächen mehr zu bieten – und dies zu einer Zeit, wo vor Ort alle wirtschaftlichen Signale nach oben wiesen.

Unterdessen hoffen die Gegner der Gewerbepläne beim Stadtteil Niederzwehren, das Vorhaben doch noch kippen zu können. Vor dem Verwaltungsgericht wollen sie in Kürze Klage einreichen gegen die Nichtzulassung ihres Bürgerbegehrens, das 8000 Kasseler unterschrieben hatten. Die Stadtpolitiker hatten mehrheitlich befunden, das Begehren sei aus formalen Gründen nicht zulässig – unter anderem, weil das Planungsverfahren schon zu weit fortgeschritten sei, um es noch einem Bürgervotum stellen zu können. Zum Langen Feld habe es seit 2006 „das ausführlichste und intensivste Beteiligungsverfahren der jüngeren Planungsgeschichte“ in Kassel gegeben, betonte OB Hilgen nach dem Magistratsbeschluss vom Montag.

Gewerbegebiet oder nicht? - Das ist das Lange Feld

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Sobald der Bebauungsplan beschlossen ist, soll die Erschließungsplanung in Auftrag gegeben werden, sagte Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. In diesem Rahmen werde dann der weitere Zeitplan für die Entwicklung des Areals vereinbart.

Mehr zum Langen Feld lesen Sie im Regiowiki.

Es geht um 176 Hektar Gesamtfläche, wovon 76 Hektar für Gewerbe und Industrie ausgewiesen werden sollen. Die Stadt wolle diese Flächen nach Bedarf in drei etwa gleich großen Bauabschnitten erschließen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda. Die Gliederung des Gebiets mache die Ansiedlung einer breiten Vielfalt unterschiedlich großer Unternehmen möglich. Laut Oberbürgermeister Hilgen soll es auf dem Langen Feld aber weder Einzelhandel noch großflächige Logistikbetriebe mit vergleichsweise wenig Personal geben. Für solche Zwecke gebe es bereits das Güterverkehrszentrum in Waldau.

Alles in allem will die Stadt für das Projekt 47 Millionen Euro aufwenden – davon im städtischen Haushalt 31,3 Mio. Euro, die über Grundstücksverkäufe wieder hereinkommen sollen, sowie 15,6 Mio Euro beim Eigenbetrieb Kasselwasser für die Abwasseranlagen.

Im 1. Bauabschnitt soll für das Gewerbegebiet ein eigener Autobahnanschluss in Niederzwehren entstehen.

Von Axel Schwarz

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