Langes Feld: Keine Luftsprünge nach der Entscheidung

Kassel. Am Montagabend hatten die Stadtverordneten das Bürgerbegehren zum Langen Feld als unzulässig abgelehnt. Damit ist politisch der Weg frei, auf der Fläche in Niederzwehren ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Wie ist die Stimmung am Tag nach der Entscheidung?

Chico und Benny lieben das Lange Feld, weil sie dort nicht an die kurze Leine müssen. Davon geht zumindest ihre Halterin Daniela Ludolph aus, die gestern mit ihren Labrador-Hunden zwischen den Ackerflächen spazierte. Die Nachricht, dass die Kasseler nicht zu einem Gewerbegebiet befragt werden sollen, hat Ludolph noch nicht erreicht: „Ach, das ist schade.“ Sie hätte sich gern beteiligt.

Die juristische Auseinandersetzung um die Zulässigkeit hat die junge Frau nicht ganz verstanden. „Das Hin und Her ist kompliziert.“

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Ähnlich geht es Jörg Schuchhardt. Das Lange Feld sei eine Geschichte, die sich „schon ewig hinziehe“. Er findet es nicht gut, dass seine Joggingstrecke dem Gewerbe weichen soll. Überrascht hat ihn die Ablehnung des Bürgerbegehrens aber nicht.

Überrascht zeigte sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Frankenberger nicht vom Verlauf der Stadtverordnetensitzung. Die unterschiedlichen Positionen der rot-grünen Rathaus-Kooperation seien bekannt gewesen. Allerdings habe die harte Debatte für „klimatische Probleme“ zwischen SPD und Grünen gesorgt.

Einige Grüne seien irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass die SPD sich für die Gültigkeit des Bürgerbegehrens einsetzen werde. Frankenberger geht aber davon aus, dass die Kooperation hält. An den Gerüchten aus den Reihen der Grünen, die SPD schiele auf eine Zusammenarbeit mit der CDU, sei nichts dran.

Aus Sicht von Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, muss das Thema mit der SPD aufgearbeitet werden. Im Eifer des Gefechts sei vieles gesagt worden, das nun mit Abstand betrachtet werden müsse.

Zur Frage, warum die Grünen nicht früher auf die Zweifel an der Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens hingewiesen haben, sagte Rönz: „Wir haben nie gesagt, dass es absolute Rechtssicherheit gibt. Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass das Begehren zulässig ist.“ Nun würden die Grünen mit den Bürgerinitiativen prüfen, wie sie mit der Entscheidung der Stadtverordneten umgehen. Die Bürgerinitiative „Pro Langes Feld“, die von den Grünen unterstützt wird, hatte Klage angekündigt.

Auf den Punkt bringt es an diesem Tag Michael Filgraebe, der sich mit seinem Bekannten auf dem Langen Feld die Füße vertritt: „Früher hat man gesagt, wir bauen oder wir bauen nicht. Heute geht alles vor Gericht und ist anfechtbar.“ Inhaltlich hält er aber wenig von den Gewerbeplänen. (bal)

Rubriklistenbild: © bal

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