Langes Feld: Stadt streckt Millionen vor

Kassel. Wiesen und Äcker im Langen Feld in ein neues Gewerbegebiet zu verwandeln, ist für die Stadt teuer. Derzeit werden bereits Grundstücke gekauft, weil Kassel bisher nur etwa 40 Prozent der beplanten 178 Hektar Fläche in Niederzwehren gehören.

Archiv-Video: Flug übers Lange Feld

Rund 13 Millionen Euro sind bisher insgesamt für den Grunderwerb vorgesehen. Noch mehr muss die Stadt für neue Straßen im Gewerbegebiet investieren: circa 19 Millionen Euro. Und das städtische Unternehmen Kasselwasser, der ehemalige Kasseler Entwässerungsbetrieb, rechnet mit 15 Millionen Euro Kosten für die Kanalisation im neuen Gewerbestandort in Niederzwehren.

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Ob und wann diese Millionen-Investitionen durch den Verkauf von Gewerbegrundstücken wieder als Einnahmen hereinkommen, kann derzeit niemand wissen. Die Stadt muss in Vorleistung gehen. Das fällt nicht leicht bei insgesamt rund 700 Millionen Euro städtischer Schulden.

Das Lange Feld im Regiowik i

Deshalb sind in der Kosten-und Erlösrechnung für das Gewerbegebiet Langes Feld bisher 6,6 Millionen Euro Förderung durch den europäischen Strukturfonds Efre veranschlagt. Doch dieses Geld scheint durch den versäumten Förderantrag verloren. Auch in der nächsten Efre-Förderungsperiode in den Jahren 2014 bis 2020 dürfte für Kassel vermutlich nur schwer etwas zu holen sein, weil Schwerpunkte und Modalitäten der Förderung verändert werden sollen. In Brüssel ist das noch nicht entschieden.

Aus der Sicht der Stadt Kassel „erscheint insgesamt eine Förderung des Projektes Langes Feld aus EU-Mitteln generell zweifelhaft“, erklärt Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Dies habe damit zu tun, dass angesichts der positiven Standortentwicklung die Förderfähigkeit nicht wahrscheinlich erscheine. Konkret bedeutet dies laut Schweinsberg: „Da zu erwarten ist, dass die Entwicklung des Langen Feldes zum Gewerbegebiet kein Zuschussgeschäft für die Stadt wird, wird diese auch nicht gefördert.“

Archiv-Video: Bürgerbegehren Langes Feld

Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) ist überzeugt, dass ein Förderantrag keinen Versuch wert ist. Aus dem Strukturfördertopf der EU würden nur Vorhaben gefördert, die nicht wirtschaftlich seien. Durch den späteren Verkauf der Gewerbegrundstücke durch die Stadt handele es sich beim Langen Feld aber um ein wirtschaftliches Projekt.

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