Essensreste und Urin-Flaschen verärgern Spaziergänger

Langes Feld wird vermüllt

Überall liegen an den Straßenrändern Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern: Harald Böttger, Ortsvorsteher von Niederzwehren, bekommt regelmäßig Beschwerden über die Vermüllung des Gewerbegebiets Langes Feld.
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Überall liegen an den Straßenrändern Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern: Harald Böttger, Ortsvorsteher von Niederzwehren, bekommt regelmäßig Beschwerden über die Vermüllung des Gewerbegebiets Langes Feld.

Das Gewerbegebiet „Langes Feld“ im Kasseler Stadtteil Niederzwehren ist beliebt als Übernachtungsplatz für Lkw-Fahrer. Viele hinterlassen allerdings dort ihren Müll einfach in der Landschaft. Das ärgert die Spaziergänger.

Kassel - „Das ist ekelhaft“, sagt Harald Böttger. Der Ortsvorsteher von Niederzwehren wird regelmäßig von Menschen aus dem Stadtteil angesprochen, die sich über den Müll und die menschlichen Hinterlassenschaften aufregen, die auf den noch unbebauten Flächen im Gewerbepark „Langes Feld“ liegen.

Bei einem Rundgang mit Böttger im Carée Kieler, Hannoversche und Hamburger Straße, liegen am Montagvormittag mehrere Flaschen mit Urin, leere Konservendosen, Ölkanister und Müllbeutel, die man lieber nicht öffnen möchte, am Wegesrand und auf den Feldern. Spaziergänger erzählen, dass sie kürzlich dort auch wieder Kondome und gar Kindersitze entdeckt haben.

Böttger berichtet, dass etwa seit drei bis vier Jahren das Problem der Vermüllung in dem neuen Gewerbepark besteht. Es habe sich schnell herumgesprochen, dass man dort gut mit dem Lkw übernachten kann. „Hier ist Platz, man hat eine tolle Sicht und frische Luft.“ Zudem kostet es nichts, so der Ortsvorsteher. Allerdings gebe es keine Toiletten, wo die Lkw-Fahrer hingehen könnten. Deshalb würden nicht selten die Flaschen mit Urin einfach aus dem Fenster der Lkw geworfen. Ebenso wie der übrige Abfall. „So lange es hier noch freie Flächen gibt, wird sich daran auch nichts ändern“, ist sich Böttger sicher.

In den Bereichen, wo sich bereits Unternehmen angesiedelt haben, wie zum Beispiel Technoform, gebe es eine derartige Vermüllung nicht. Derzeit würden an manchen Abenden bis zu 40 Lkw, darunter viele aus Polen und Rumänien, in dem Gewerbepark stehen, um am nächsten Morgen weiterzufahren.

Die Stadtreiniger Kassel kümmerten sich seit etwa zwei Jahren um diese Flächen, teilt Stadtsprecher Michael Schwab mit. Die Straßen und die Randbereiche würden regelmäßig alle drei bis vier Wochen und zusätzlich bei akutem Bedarf durch eine Kolonne der Straßenreinigung vom Müll befreit.

Derzeit bestehe noch kein offizieller Reinigungsauftrag für das Gebiet, da der Straßenendausbau des Gewerbeparks Kassel-Niederzwehren noch nicht abgeschlossen sei, so Schwab. Die Anbringung beziehungsweise das Aufstellen von Abfallbehältern (Tonnen und Containern) sei schwierig, weil die Infrastruktur dies noch nicht hergebe. „Wir suchen derzeit nach Lösungsmöglichkeiten, um die Müllsituation vor Ort zu entschärfen“, so der Stadtsprecher.

Beschwerden wegen der Vermüllung oder Lärmbelästigungen in dem Gewerbepark gingen unregelmäßig beim Ordnungsamt ein. Im Rahmen der personellen Möglichkeiten sei das Areal in der Vergangenheit kontrolliert worden. Allerdings seien solche Kontrollen aufgrund der Coronalage und der damit anderen Aufgaben, die das Ordnungsamt hat, nicht vorrangig.

Grundsätzlich dürften Lkw im Gewerbegebiet geparkt werden. Und die Fahrer dürften auch für eine Nacht in ihren Fahrzeugen übernachten, damit sie fit für die Weiterfahrt seien, so Schwab. „Eine Ahndung ist in diesem Fall nicht möglich.“ (Ulrike Pflüger-Scherb)

Montagabend dieser Woche: Lkw-Fahrer haben das Industriegebiet Langes Feld als Parkmöglichkeit entdeckt. Bis zu 40 Fahrzeuge stehen hier.
Ekelhaft: Alle paar Meter liegt am Wegesrand eine Flasche, in der sich offensichtlich Urin befindet.

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