Kassel hat 123 Hektar gekauft

Langes Feld: Zwei Drittel gehören jetzt der Stadt

Kassel. Insgesamt 123 Hektar Wiesen und Äcker im Langen Feld gehören jetzt der Stadt Kassel. Der Ankauf von weiteren Grundstücken im künftigen Gewerbegebiet in Niederzwehren läuft erfolgreich und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Dann könnte das Lange Feld wie geplant ab 2017 als neuer Gewerbestandort an den Start gehen und bebaut werden. Insgesamt 178 Hektar umfasst der Bebauungsplan, das entspricht etwa 250 Fußballfeldern. Mit fünf Landwirten, die zusammen knapp 40 Hektar als Eigentümer oder langjährige Pächter bewirtschaften, wird noch verhandelt. Die Bauern wollen ihre Flächen nicht verkaufen, sondern fordern Ersatz für ihren Broterwerb.

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Die Stadt hat deshalb Ackerland im Tausch angeboten und will auch Aufwandsentschädigungen zahlen, wenn die Landwirte weitere Anfahrten zu ihrem neuen Ackerland in Kauf nehmen müssen. „Wir sind in guten Gesprächen“, sagt Kassels Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD). Er ist optimistisch, dass die Vereinbarungen mit den Landwirten bald getroffen und im Oktober die nötigen Beschlüsse im Stadtparlament gefasst werden können.

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Einen Eintrag zu dem Areal finden Sie hier im Regiowikider HNA.

Seit den 1970er-Jahren hat die Stadt im Langen Feld Vorratsflächen erworben, seit 2007 werden gezielt Grundstücke für das neue Gewerbegebiet aufgekauft. Insgesamt 13 Millionen Euro hat die Stadt für den Grunderwerb veranschlagt. Für Planung und Erschließung des künftigen Gewerbestandortes rechnet man im Rathaus mit 38 Millionen Euro Kosten. Auf 75 Hektar können sich dann künftig Betriebe ansiedeln. 103 Hektar sind als Ausgleichsflächen und für einen Autobahnzubringer vorgesehen.

Im Juli war der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland mit dem Vorhaben gescheitert, eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan zu erheben. Seither ist der Weg frei für neue Gewerbeflächen.

Umweltschützer üben Kritik

Das Gewerbegebiet Langes Feld ist heftig umstritten. Im September 2012 war die Bürgerinitiative Pro Langes Feld mit einem Bürgerbegehren gegen die Bebauung des Areals gescheitert. Das Verwaltungsgericht hatte das Begehren als unzulässig abgelehnt, weil es zu spät eingereicht wurde. Umweltschützer sind überzeugt, die Stadt habe bei der Planung Belange der Luftreinhaltung, des Naturschutzes und der Erholungssicherung nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Normenkontrollklage scheiterte aus formaljuristischen Gründen.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © Herzog / Charterflug Kassel

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