Griechenland steht bei KMW mit 168 Mio. Euro in der Kreide

Langes Warten auf das Geld für Panzer

Kassel/München. Die Griechen sind pleite und rüsten ihre Armee für Milliarden auf. Dabei orderten sie bislang nur neues Material vom Feinsten: darunter 170 Kampfpanzer des Typs Leopard II in seiner modernsten Version sowie Brückenlege- und Bergepanzer.

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Doch mit dem Bezahlen, zumindest dem pünktlichen, haben es die Helenen nicht so. Das bekommt nun auch der Leo-Produzent Krauss-Maffei Wegmann (KMW/Kassel/München) zu spüren. Von 2005 bis 2009 lieferte er das schwere Gerät aus. Gesamtauftragswert: 1,8 Milliarden Euro. Bezahlt hat Griechenland bislang aber nur 1,63 Mrd. Euro. Somit stehen die Griechen bei KMW mit 168 Millionen Euro in der Kreide. Das bestätigte auf Anfrage KMW-Sprecher Christoph Müller.

Ob und wann das heillos überschuldete Land den ausstehenden Betrag zahlt, vermag KMW derzeit nicht zu sagen. „Wir sind zuversichtlich, im Einvernehmen mit der griechischen Seite eine konstruktive Lösung zu finden“, sagt Müller. Bislang habe der Kunde immer wieder Teilbeträge überwiesen.

In ernsthafte Bedrängnis dürfte das Griechenland-Debakel KMW zwar nach Einschätzung von Branchenexperten nicht bringen. Der Verlust von bis zu 168 Mio. Euro wäre aber extrem schmerzhaft. 2008 setzte die Rüstungsschmiede rund 1,43 Mrd. Euro um und verdiente unterm Strich 107 Millionen Euro. Für 2009 sind noch keine Zahlen bekannt. Demnach könnte das verpatzte Griechenland-Geschäft das Unternehmen bis zu zwei Jahresrenditen kosten, wenn kein Geld mehr fließen sollte.

Bereits 2008, als die Griechen mit 350 Mio. Euro bei KMW in der Kreide standen, musste KMW erstmals in seiner neueren Geschichte einen Kredit aufnehmen. Krauss-Maffei Wegmann ist einer der größten Heerestechnik-Produzenten in Deutschland und Europa. Die 3400 Beschäftigten arbeiten je zur Hälfte an den Standorten Kassel und München. ZUM TAGE

Von José Pinto

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