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Laser-Act fasziniert im Flic-Flac-Zelt auf Kasseler Friedrichsplatz

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Etwas ganz Neues beim Festival der Artisten: Der Spanier Alexandro Hurtado Alves begeisterte das Publikum mit seinem Laser-Act.
Etwas ganz Neues beim Festival der Artisten: Der Spanier Alexandro Hurtado Alves begeisterte das Publikum mit seinem Laser-Act. © Andreas Fischer

1300 Menschen waren am Donnerstagabend begeistert von den Darbietungen der Künstler bei der Premiere des Festivals der Artisten.

Kassel – Freiheit, Lebensfreude, Glück, Magie, Spannung, Kraft, Schönheit, Erotik, Herzrasen, Hoffnung, Vertrauen, Würde, Respekt, Perfektion und Disziplin – das sind Begriffe, die für den Zirkus Flic Flac und das Festival der Artisten stehen.

Die Premiere am Donnerstagabend war wieder großartig. Ein Höhepunkt folgte dem nächsten. Das war Kurzweil pur. Die rund 1300 Zuschauer im schwarz-gelben Zelt auf dem Friedrichsplatz feierten die über 40 Artisten am Ende mit Ovationen im Stehen. Einige Hände werden vom kräftigen Klatschen wohl geschmerzt haben.

Tempo, Power und Nervenkitzel bestimmten bereits den ersten Auftritt: das Duo „Flying Valencus“ auf dem Todesrad. Die beiden Männer aus Kolumbien gehören der großen – offenbar sehr angstfreien – Familie Vanegas an: Sie springen Seil auf dem sich drehenden Rad und machen dort oben unter der Zirkuskuppel Salti. Dass dies nicht ungefährlich ist, wurde Anfang 2019 deutlich: Ein Mitglied der Familie stürzte damals bei der Vorstellung in Kassel aus drei Metern Höhe.

Die Artisten auf dem Todesrad gehören zu den Wiederholungstätern beim Festival der Artisten: So wie die zehn „Helldriver“ aus Kolumbien, die alle zusammen in einer Stahlkugel mit ihren Maschinen kreisen. Auch diejenigen, die die Nummer „Globe of Speed“ schon mehrfach gesehen haben, hielten am Donnerstag wieder den Atem an – bei dieser Masse von Menschen und Maschinen in der Kugel. Wahnsinn. Ebenso die FMX-Jumper, Flic-Flac-Veteranen, die mit ihren Motorbikes quer über die Manege fliegen. Diese Jungs verbreiten Lebensfreude. Selten hat Benzin so gut gerochen.

Das Festival bietet aber auch etwas ganz Neues: Völlig abgefahren ist die Lasershow von Alexandro Hurtado Alves aus Madrid, der sich seit 15 Jahren mit der Welt der Laser beschäftigt. Dafür, wie der Spanier mithilfe von Elektronik, Computertechnologie und Reflektoren die Laser in der Manege tanzen lässt, würde wohl so mancher Jedi-Ritter töten. Alves hat mit seinem Laser-Act sicherlich auch die Chance, einen Preis beim Festival der Artisten zu gewinnen.

Wie in jedem Jahr dürfen zufällig ausgewählte Zuschauer nach jeder Vorstellung ihren Favoriten Punkte geben.

Allerdings verdienen alle Künstler der insgesamt 15 Acts höchsten Respekt für ihr Können. Wer meint, dass Jonglage etwas für alte Leute ist, sollte Glenn Folco mit seinen Tennisschlägern sehen. Es macht wahnsinnig viel Spaß, den Italiener beim Hantieren zuzuschauen. Perfekt ist auch die Darbietung von Diabolo-Künstler Chih-Han Chao.

Völlig begeistert war das Publikum von dem Können der Frauen: Die beiden Artistinnen Bettina Bogdan und Krisztina Vellai aus Ungarn benutzen ihre eigenen Körper als Trapez. Diese Nummer „Body-Trapez“ erfordert nicht nur Urvertrauen in die Partnerin, sondern sie ist auch äußerst sinnlich und erotisch.

Diese Beschreibung passt auch auf Lea Hinze, die aus Göttingen stammt und mit ihrer Performance am Luftring bereits in den USA sehr bekannt ist. In roter Spitzenunterwäsche stellte sie ihre Körperbeherrschung unter Beweis.

Nicht alle Künstler tragen allerdings Unterwäsche. Das Comedy-Duo „Naked Lunch“, Colm aus Frankreich und Simon aus Finnland, verzichtet auf Kleidung. Das Allernötigste versuchen die beiden Männer, mit Pfannen abzudecken. Ein Auftritt, der sehr unterschiedlich ankommt: Die einen finden das total lustig, andere können den Witz dieser Comedy-Nummer nicht teilen.

Service: Das Festival der Artisten gastiert bis zum 8. Januar 2023 in Kassel. Tickets gibt es zum Beispiel beim HNA-Kartenservice und unter flicflac.de (use)

Sinnlich und kraftvoll: Das Body-Trapez.
Sinnlich und kraftvoll: Das Body-Trapez. © Fischer, Andreas
Das Finale: Die Artisten wurden vom Publikum mir Ovationen im Stehen gefeiert.
Das Finale: Die Artisten wurden vom Publikum mir Ovationen im Stehen gefeiert. © Fischer, Andreas

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