1. Startseite
  2. Kassel

Laser werden trotz Energiekrise wieder leuchten – dank der Spende eines Batteriespeichers

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bastian Ludwig

Kommentare

Am Samstag strahlen sie wieder: Der rote und grüne Laser leuchten über der Stadt. Das
Am Samstag strahlen sie wieder: Der rote und grüne Laser leuchten über der Stadt. © Andreas Berthel/ Städtische Werke

Der rote und grüne Laser werden wieder über Kassel leuchten – vermutlich schon am nächsten Samstag.

Kassel - Nachdem die Stadt das documenta-Kunstwerk „Laserscape“ infolge der Energiekrise Anfang August abgeschaltet hatte, gab es Widerstand – unter anderem vom documenta Forum. Nun soll die Entscheidung rückgängig gemacht werden. Anlass dafür ist die Spende eines Batteriespeichers, mit dem die Laser künftig ganz ohne Netzstrom betrieben werden können.

Als die Laser infolge des Ukraine-Krieges dunkel bleiben sollten, hielten Sebastian Schulze-von Hanxleden, Günter Schleiff und Miki Lazar dies für keine gute Idee. Die drei sitzen im Vorstand des Kasseler Vereins Bewegungsperspektiven für Licht, Kunst und Kultur, der das Kunstprojekt Lichte Wege auf den Weinbergterrassen ausrichtet. Mit ihrer Lichtkunstausstellung hatten sie selbst bewiesen, dass es auch ohne Netzstrom geht. Dafür hatten sie am Weinberg eine Photovoltaik-Anlage inklusive Batteriespeicher installiert.

Diesen Batteriespeicher, der nach Ende der Ausstellung vor Kurzem demontiert wurde, hat der Verein nun den Städtischen Werken angeboten, die die Laserskulptur betreiben. Durch diese Spende haben sich die Dezernenten im Rathaus umstimmen lassen. Bislang waren sie gegen eine Inbetriebnahme der Laser. Denn diese verfügen an ihrem Standort am Zwehrenturm zwar ebenfalls über eine PV-Anlage, die theoretisch genug Strom für die Laser liefert, allerdings gibt es bisher keinen Speicher. Das heißt, die tagsüber produzierte Energie wurde ins Netz eingespeist und stand so nur symbolisch für die Lichtkunst bereit.

Mit dem Speicher wird das anders. Sobald dieser installiert ist, kann die Anlage völlig energieautark betrieben werden. „Wir finden es fantastisch, dass die Stadt für den Betrieb gestimmt hat. Es zeigt, dass sich der Einsatz für die Stadt und das documenta-Kunstwerk lohnt“, sagt Schulze-von Hanxleden. So könne einmal mehr bewiesen werden, dass Lichtkunst ohne Netzstrom funktioniert.

Miki Lazar, der gleichzeitig im Vorstand des documenta-Forums aktiv ist, freut sich ebenfalls über das Umdenken im Rathaus. „Der Kasseler Laser ist keine beliebige Effekt- oder Fassadenbeleuchtung, sondern ein Kunstwerk. Es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben, die Laser am letzten documenta-Wochenende leuchten zu lassen“, sagt Lazar. Der rote und grüne Laser hätten eine große symbolische Bedeutung für die Kasseler. Immerhin hätten vor gut 15 Jahren viele Bewohner für die Instandsetzung des 1977 von Künstler Horst H. Baumann geschaffene Kunstwerk gespendet.

Aktuell befindet sich die Technik zur Wartung bei einem Fachmann. Die Städtischen Werke gehen aber davon aus, dass der Laser am Samstag wieder leuchtet. Auch muss noch der Batteriespeicher installiert werden.

Seit 2020 leuchten wieder der rote und grüne Laser über der Stadt. Bis dahin war seit 2007 nur der grüne zu sehen, nachdem die alte Technik ersetzt werden musste. Vor zwei Jahren hatten die Städtischen Werke den roten Laser der Stadt geschenkt. Damit war das Kunstwerk wieder vollständig. Laserscape war die weltweite erste permanente Laser-Licht-Skulptur im öffentlichen Raum. (Bastian Ludwig)

Auch interessant

Kommentare