Wir begleiteten in Kassel Bonita Fischer und Benedict Edinger durchs Abitur

Abi 2021: Schüler feiern sich nach anstrengendem Jahr

Der Kasseler Abiturient Benedict Edinger am letzten Tag in seiner Schule, dem Goethe-Gymnasium.
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Abschied: Benedict Edinger am letzten Tag in seiner Schule, dem Goethe-Gymnasium.

Jetzt ist es geschafft: Nach einem anstrengenden Corona-Jahr haben die Abiturienten ihre Prüfungen zur Hochschulreife abgelegt. Zwei von ihnen, Benedict Edinger (19) vom Goethe-Gymnasium und Bonita Fischer (20), die an der beruflichen Max-Eyth-Schule ihr Abitur gemacht hat, haben wir in den zurückliegenden Monaten begleitet und gefragt: „Wie läuft’s im Abitur?“

Kassel. Heute schließen wir die Serie „Wie läuft‘s im Abitur?“ ab. Mit dem Abi in der Tasche ist die Schulzeit für Bonita und Benedict von nun an Vergangenheit.

Benedict Edinger: „Endlich: Vor zwei Wochen haben wir unsere Zeugnisse bekommen. Die Feier hat draußen auf dem Schulhof stattgefunden. Zum Glück war das Wetter schön, sogar die Sonne kam raus. Jeder durfte zwei Begleitpersonen mitbringen, das waren bei mir meine Eltern. Weil aber meine Schwester für die Veranstaltung im Schulensemble Klavier gespielt hat, hatte ich fast die ganze Familie dabei. Das war schön.

Es war sehr festlich, mit Ehrungen von Schülern und langen Reden. Der Schulleiter hat sich entschuldigt, dass die Schüler so unter Corona gelitten haben, aber dafür konnte doch auch die Schule nichts.

Ich habe mein Abi mit einem Schnitt von 1,6 abgelegt. Auch wenn das ein gutes Einser-Abi ist, bin ich ein bisschen unzufrieden, denn für mein Studium der Zahnmedizin bräuchte ich 1,4. Es kann sein, dass ich trotzdem reinkomme. Mal sehen. Sonst werde ich mich für das Sommersemester bewerben, da ist der NC nicht so hoch. Nervös macht mich das nicht, ich bin relativ entspannt.

Vielleicht mache ich vorher noch ein Praktikum in der Zahntechnik, etwas, was mit dem Studium zu tun hat.

Am Tag nach der Zeugnisübergabe fand der Abiball statt. Den haben die Schüler in einem Restaurant mit Biergarten im Landkreis für einen kleinen Kreis organisiert. Es waren nur drei Lehrer dabei. Wir mussten alle negative Tests mitbringen und haben dann gefeiert und getanzt.

Wehmütig bin ich nicht. Dafür bin ich nicht der Typ. Ich freue mich stattdessen auf mein Studium. Vorher jobbe ich im Tennisladen. Dann möchte ich noch verreisen, zuerst mit meiner Familie und anschließend geht es mit Freunden in den Süden.“

Auf dem Abiball der Max-Eyth-Schule: Maresa Althof (links, Abischnitt 1,0) und Bonita Fischer.

Bonita Fischer: „Zum Schluss gab es einen tollen Abiball mit Zeugnisvergabe auf dem Schulhof. Weil wir im Freien gefeiert haben, konnten wir Gäste einladen. Wir waren 250 Leute. Die meisten Eltern waren geimpft. Wir hatten alles schön geschmückt und vorbereitet. Es war sehr feierlich, es gab Geschenke für die Tutoren und viele – auch witzige und coole – Reden. Weil ich Schülersprecherin bin, habe ich auch eine Rede gehalten. Ich habe gesagt: Wir haben es geschafft, lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Egal wie holprig das Schuljahr verlief, lassen wir es uns nicht nehmen, uns heute zu feiern.

Es war schon anstrengend mit Corona. Viele Schulfreundinnen und -freunde hatten mit massiven psychischen Problemen zu kämpfen, die die Isolation ausgelöst hat. Wir haben versucht, uns gegenseitig zu helfen. Dieser Zusammenhalt ist bei der Feier deutlich geworden. Es war ein würdiger Abschluss. Zur Feier hatten wir tolles Wetter, ein Tag vorher hat es geregnet, ein Tag darauf wieder. Das zeigt doch: Man muss den Moment einfach genießen, wenn er gut ist.

Mein Abi habe ich mit 1,5 gemacht. Ich wollte eigentlich für ein Studium der Veterinärmedizin 1,3 haben. Ich habe mich aber trotzdem für einen Studienplatz beworben. Ich bin gespannt. Wenn nicht, mache ich den Medizinertest und versuche so ins Studium zu kommen.

Urlaub ist für mich erst mal nicht drin. Ich muss Geld verdienen und habe mich deshalb in einer Bäckerei als Verkäuferin beworben. Ach, und noch eine gute Nachricht: Ich habe jetzt meine erste Impfung bekommen. Das ist doch mal ein Schritt nach vorn.“ (Christina Hein)

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